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Vorsicht, Weltenbumser! : Wer viel reist, geht auch viel fremd

Mann flirtet mit Frau am Strand

Gelegenheit macht Liebe? Wer viel im Ausland unterwegs ist, geht einer neuen Studie zufolge auch eher fremd. (Symbolbild)

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imago/Westend61

Sie erweitern den Horizont, sorgen für mehr Toleranz und bessere Sprachkenntnisse: Mit Auslandsaufenthalten verbinden wir ausschließlich gute Eigenschaften. Einer neuen US-Studie zufolge haben Auslandserfahrungen aber zu Unrecht dieses durch und durch positive Image. Die Forscher der New Yorker Columbia University glauben in der gleichnamigen Studie nämlich „die dunkle Seite des Auslandsaufenthalts“ erforscht zu haben.

„Auslandsaufenthalte steigern unmoralisches Verhalten

Denn, so der Untertitel: „Auslandsaufenthalte steigern unmoralisches Verhalten“ – und dazu gehöre etwa zu lügen, zu betrügen, zu täuschen und eben auch fremdzugehen. „Wir gehen davon aus, dass Auslandserfahrungen uns nicht nur flexibler denken lassen sondern auch moralisch flexibler werden lassen“, schreibt das Forscherteam um Jackson Lu. Soll heißen: Wer sich in anderen Ländern immer wieder mit unterschiedlichen Moralvorstellungen konfrontiert sieht, relativiert seine eigenen moralischen Grundsätze und ist im Zweifel auch eher dazu geneigt, diese über Bord zu werfen.

Insgesamt führten die Wissenschaftler acht Studien durch, um ihre These zu belegen. In einer Untersuchung ließen die Wissenschaftler 215 französische Studenten Aufgaben lösen, und zwar einen Monat vor ihrem geplanten Auslandsaufenthalt, dann sechs Monate und zwölf Monate nach dem Start. Das erstaunliche Ergebnis: 30 Prozent der Studenten schummelten im ersten Test, 46 Prozent im zweiten und fast 48 im dritten Test.

Studenten, die sich zuvor an Auslandsaufenthalte erinnerten, täuschten häufiger als andere

In einer weiteren Untersuchung sollten 171 US-Studenten, die schon einen Auslandsaufenthalt hinter sich hatten, Aufsätze schreiben: Die erste Gruppe sollte über einen Tag während eines Auslandaufenthalts schreiben, die zweite Gruppe über einen Tag in ihrer Heimatstadt und die dritte Gruppe über ein Erlebnis im Supermarkt.

Danach mussten die Studenten bei einem Würfelspiel mitmachen: Die Probanden, die sich kurz zuvor ihren Auslandsaufenthalt in einem Aufsatz ins Gedächtnis gerufen hatten, täuschten im Spiel deutlich häufiger als die Teilnehmer aus den anderen beiden Gruppen. Die Studien machten auch deutlich, dass es unerheblich ist, in welchem Land die Probanden ihre Auslandsaufenthalte verbracht hatten und ob diese Kulturen strengere Moralvorstellungen hatten als die eigene. Entscheidend für die Lockerung der eigenen Prinzipien war, dass die Teilnehmer überhaupt mit anderen Konzepten von Moral in Kontakt kamen.

Die Schlussfolgerungen, die die Forscher aus ihren Ergebnissen ziehen, gehen allerdings sehr weit und klingen nicht unbedingt differenziert: „Während Auslandsaufenthalte Menschen zu hoher geistiger Kreativität verhelfen können, sind sie ebenso in der Lage, sie in die Untiefen der Unmoral zu ziehen.

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