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Leben nach dem Schlaganfall I: "Ich arbeite jetzt wieder Vollzeit"

Torsten Baake (43), Verwaltungsangestellter aus Siegen „Der Schlaganfall hat mein Leben bestimmt“

Torsten Baake (43), Verwaltungsangestellter aus Siegen „Der Schlaganfall hat mein Leben bestimmt“

Mein Leben wäre völlig anders verlaufen, wenn ich nicht mit fünf Jahren als Folge einer Gehirnblutung einen Schlaganfall erlitten hätte. An einem Samstag bin ich beim Spielen plötzlich umgefallen, konnte nur noch lallen.

Im Krankenhaus wussten die gar nicht, was sie mit mir machen sollten, und haben mich erst mal bis Montag liegen lassen... Ich weiß noch, wie ich mit meinem Vater wieder die Wörter Mama und Papa üben musste. Ich kann bis heute rechts nicht richtig sehen, nicht greifen, mein Bein nur langsam bewegen. Trotzdem habe ich Fahrrad fahren gelernt, im Fußballtor gestanden und meinen Führerschein gemacht. Und bis zu meinem zwölften Lebensjahr bin ich geritten – Hippotherapie – das hat mir ganz toll geholfen.

Ein absoluter Tiefpunkt war 1991 ein unverschuldeter Autounfall, bei dem mir ausgerechnet das linke Bein und der linke Arm zertrümmert wurden. Inzwischen kann ich sie eingeschränkt bewegen und arbeite wieder Vollzeit. Mein ganzer Stolz ist meine kleine Familie. Unsere Kinder haben meine Frau und ich aus Vietnam adoptiert, weil ich nach dem Unfall keine eigenen mehr bekommen konnte und man mir sagte, die wenigen deutschen Adoptivkinder würde man lieber in nicht behinderte Familien geben. Das hat wehgetan. Heute, wenn ich Vorträge vor Eltern mit Schlaganfall-Kindern halte, frage ich mich immer wieder, warum ausgerechnet mir das passiert ist.