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Energy Shots Werden gefährliche Wachmacher bald verboten?

Koffeinkick in der Minidose: Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert ein Verbot der hochdosierten Energy Shots.

Koffeinkick in der Minidose: Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert ein Verbot der hochdosierten Energy Shots.

Foto:

Foodwatch Lizenz

Geht es nach der Verbraucherorganisation Foodwatch, sollten sogenannte Energy Shots verboten werden. Die kleinen Fläschchen sind noch stärker dosiert als die normalen Energy-Drink-Dosen. Experten warnen vor Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen und Krampfanfällen.

Besonders bei Jugendlichen sind die süßen Wachmacher beliebt. Mit Inhaltsstoffen wie Koffein und Taurin sollen Energy-Drinks und die noch stärker dosierten Energy Shots Konzentration und Leistungsfähigkeit steigern, so das Versprechen. Vor den weniger hoch konzentrierten Muntermachern warnen Verbraucherschützer seit längerem, immerhin enthalten sie schon dreimal so viel Koffein wie Cola.

Diese Dosierung kann vor allem zusammen mit Alkohol oder starker körperlicher Anstrengung, etwa beim Sport, zu gefährlichen Nebenwirkungen wie Krampfanfällen oder Herzrhythmusstörungen führen. Im Oktober des vergangenen Jahres forderte die Verbraucherzentrale Hamburg deshalb ein Verbot von Energy Drinks für Kinder und Jugendliche.

Als Nahrungsergänzungsmittel klassifiziert

Dem vorausgegangen waren immer wieder Medienberichte über Todesfälle in den USA, die in Zusammenhang mit dem Konsum von Energy-Drinks gebracht werden. In den Vereinigten Staaten ermittelt die Lebensmittelaufsicht Food and Drug Administration (FDA) seit vier Jahren in mehreren Todesfällen. Zweifelsfrei bewiesen ist ein solcher kausaler Zusammenhang bislang nicht.

In Deutschland ist mittlerweile eine vom Verbraucherministerium erlassene Verordnung in Kraft, die verbindliche Höchstmengen für die Stoffe in Energy-Drinks festlegt. So dürfen diese pro Liter maximal 320 Milligramm Koffein und 4000 Milligramm Taurin enthalten. Bei den jetzt von Foodwatch kritisierten Energy-Shots umgehen Hersteller wie Red Bull die Regelung mit einem Trick, sie klassifizieren die kleinen Fläschchen als Nahrungsergänzungsmittel.

Forderung nach Verbot der Energy Shots

Ein Energy Shot mit 60 Millilitern Flüssigkeit von Red Bull enthält die gleichen Mengen Koffein und Taurin wie eine 250 Milliliter-Dose des Energy-Drinks. Zwar müssen die Shots mit der Verzehrsempfehlung, „nur eine Portion pro Tag“ gekennzeichnet sein. Doch, so die Befürchtung, daran halten sich die Konsumenten nicht. Wird jedoch mehr als eine Dosis geschluckt, schätzt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die kleinen Shots als „nicht sicher“ ein.

Mit der Forderung nach einem Verbot der Energy-Shots vertritt Foodwatch übrigens genau die Einschätzung, die das BfR im Jahre 2009 abgegeben hat. Damals hieß es: „Das BfR empfiehlt, das Inverkehrbringen von „Energy Shot“-Produkten zu untersagen.“ Im Jahr 2013 wählt die Behörde, die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) unterstellt ist, auf Nachfrage von Foodwatch eine andere Formulierung: „Grundsätzlich hat das BfR keine gesundheitlichen Bedenken, wenn die Energy Shots bestimmungsgemäß verwendet und die Verzehrsempfehlungen eingehalten werden.“ (ef)

Welche Inhaltstoffe in Energy-Drinks stecken und wie diese wirken, lesen Sie in der Bildergalerie.