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Schock-Studie: Bewegungsmangel so tödlich wie Rauchen

Ein übergewichtiger Mann ruht sich aus. Eine neue Schockstudie zeigt, dass Bewegungsmangel genauso gefährlich sein kann wie Rauchen.

Ein übergewichtiger Mann ruht sich aus. Eine neue Schockstudie zeigt, dass Bewegungsmangel genauso gefährlich sein kann wie Rauchen.

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dpa

Für die Trägen unter uns ist eine neue Studie ein Schock! Jeder zehnte erfasste Todesfall ist auf Bewegungsmangel zurück. Die Verfasser der Studie warnen vor der unterschätzten Gefahr. Gut ein Drittel der Weltbevölkerung bewegt sich zu wenig.

Bewegungsmangel kann tödlich sein: Er verursacht nach Berechnungen von US-Forschern bis zu zehn Prozent der Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Brust- und Darmkrebs weltweit. Zu wenig körperliche Aktivität senke die Lebenserwartung in vergleichbarem Maße wie Rauchen und Fettleibigkeit, berichtet die Gruppe um I-Min Lee im britischen Fachjournal „Lancet“.

15 bis 30 Minuten zügiges Gehen täglich

Die Wissenschaftler berechneten nach Ländern und Regionen, wie viele Krankheitsfälle im Jahr 2008 theoretisch vermeidbar gewesen wären, wenn sich die Menschen ausreichend bewegt hätten. Darunter verstehen die Forscher moderate Bewegung, etwa 15 bis 30 Minuten zügiges Gehen täglich. Angesichts der bevorstehenden Olympischen Spiele erklärte Lee in einer Mitteilung zur Studie, dass für die Gesundheit keine sportlichen Höchstleistungen nötig seien.

Hunderttausend Todesfälle vermeidbar

Den Schätzungen zufolge stehen weltweit sechs Prozent der Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung mit mangelnder Bewegung. Bei Brustkrebs führten die Wissenschaftler durchschnittlich sogar zehn Prozent der Fälle auf inaktive Lebensweisen zurück. Die Herz-Kreislauf-Erkrankungen halten die Forscher wegen der deutlich höheren Fallzahlen jedoch für besonders gefährlich: Demnach wären weltweit mehrere Hunderttausend Todesfälle vermeidbar.

„Pandemie“ des Bewegungsmangels

Von einer „Pandemie“ schreiben Forscher der Universität Texas um Harold Kohl in Bezug auf den Bewegungsmangel. Sie sehen weltweit Handlungsbedarf. In Städteplanung, Transportwesen, Betrieben und Schulen seien neue Ansätze gefragt, um die Menschen in Bewegung zu halten. „Traditionelle Ansätze sehen das Gesundheitssystem in der Pflicht, einen Gesinnungswandel anzuregen. Aber das wird nicht ausreichen“, erklärte Kohl in einer Mitteilung zur Studie.