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Klage gegen Check24: Kann man Portalen vertrauen?

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Ein paar Angaben  in die Eingabemaske tippen – und binnen Sekunden erscheinen entsprechende Anbieter nach Preisen sortiert. Es könnte so einfach sein – ist es aber nicht!

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dpa

München/Bonn -

Ob Auto, Versicherungen oder Reisen – Millionen Verbraucher vertrauen bei der Suche nach den günstigsten Anbietern auf Vergleichsportale im Internet.

Doch Plattformen wie Check24 vergleichen nicht nur, sie vermitteln auch – und kassieren Provisionen! Seit Mittwoch nimmt das Münchner Landgericht diese Praxis unter die Lupe.

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Dr. Wolfgang Eichele ist Geschäftsführer des BVK aus Bonn.

Geklagt hat der Bonner Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) mit seinem Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Eichele – gegen das Portal „Check24“. Der Vorwurf: Irreführung der Verbraucher und unlauterer Wettbewerb. So tarne sich Check24 als Preisvergleichsportal – arbeite aber genau wie ein Makler und kassiert Provisionen für abgeschlossene Verträge. Für Kunden jedoch sei das nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Das befand auch das Gericht am Mittwoch nach einer ersten Einschätzung. Richterin Barbara Clementi bestätigte, dass der Hinweis auf die Maklertätigkeit bisher nur in einer Fußzeile erfolge. Clementi: „Es geht nicht darum, ob man es findet, wenn man es sucht.“ Stattdessen müsse es der Nutzer sofort erkennen – etwa durch hinweisende Pop-up-Fenster.

Der BVK wirft Check24 außerdem vor, keine individuelle Beratung anzubieten – hier sah das Gericht allerdings vorerst keinen Gesetzesverstoß. Mit seiner Klage strebt der Verband einen Musterprozess an, der auch Auswirkungen auf andere Portale haben könnte.

Deren mangelnde Transparenz wird schon lange kritisiert. Diverse Verbraucherzentralen untersuchten jüngst die bekanntesten Portale. „Der Nutzen für Verbraucher wird eingeschränkt, da die Portale häufig nicht den günstigsten Preis anzeigen“, so ein Sprecher zu uns.

Um besonders günstig anmutende Lockangebote zu umgehen, helfen oft schon ein paar Klicks in den voreingestellten Eingaben in der Suchmaske – etwa um Bonuszahlungen aus der Berechnung zu nehmen. Oder ein Preisvergleich direkt beim Anbieter. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät zudem: „Verbraucher sollten niemals nur ein Vergleichsportal nutzen, sondern sich bei mehreren Quellen informieren.“