Geht eine Liebe zu Ende, kann das großen Kummer verursachen. Nicht ohne Grund bezeichnen wir diesen Kummer als Herz- oder Trennungsschmerz. Ein Gefühl, das Betroffene in ihrer akuten Not regelrecht körperlich spüren. Schmerz und Trauer hinter sich zu lassen, fällt vielen schwer. Silvia Fauck behandelt solche Fälle in ihrer Liebeskummer-Praxis. Hier beantwortet die psychologische Beraterin und Autorin die wichtigsten Fragen bei Liebeskummer.
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Warum trifft uns eine Trennung so hart? Silvia Fauck: „Zunächst ist der Verlassene derjenige, der übrig bleibt. Er oder Sie fühlt sich einsam, und das nagt am Selbstwertgefühl. Man kann die Trennung mit einem Entzug von der Sucht nach dem Ex-Partner vergleichen, die nicht mehr befriedigt werden kann. Kommt die Trennung für den einen sehr plötzlich, ohne viele vorangegangene Auseinandersetzungen, fühlt sich der Verlassene zudem hintergangen und enttäuscht.“
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Was sollen Leidende unmittelbar nach der Trennung tun? Silvia Fauck: „Sie sollten sich erlauben, traurig zu sein. Trauern nach einem Beziehungs-Aus ist völlig in Ordnung. Nur sollte man aufpassen, dass man Grundsätzliches wie Essen, Trinken, Schlafen und Arbeiten nach der schlimmsten Phase wieder hinbekommt. Meine Erfahrung zeigt: Wer das nach sechs Wochen nicht schafft, sollte in eine Beratung. Das kann bei einem Beziehungs-Coach sein, beim Pfarrer oder beim Hausarzt. Ein einmaliges Gespräch reicht oft schon, um die Kurve zu kriegen.
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Wie lässt sich der Trennungsschmerz lindern? Silvia Fauck: „Es gibt eine ganze Reihe SOS-Tipps. Neben der Zeit zum Trauern sollte man lieb zu sich selbst sein und sich regelrecht verwöhnen. Ablenkung, Lesen, Tanzen, Reisen – das alles kann helfen. Ebenso das Umfeld zu verändern, eventuell aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen oder diese zumindest umzugestalten. Hier muss man schon sagen, wer weniger finanzielle Sorgen hat, dem gelingt das leichter.“
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Sollte man die Sachen von der oder dem Ex entsorgen? Silvia Fauck: „Ich würde sie auf jeden Fall wegpacken und aus dem Sichtfeld räumen, damit man gerade in der ersten Zeit nicht ständig an den anderen erinnert wird. Auf dem Müll schmeißen würde ich Gegenstände und Geschenke vom Ex-Partner nicht, schließlich sind sie auch ein Teil des eigenen Lebens, an das man sich vielleicht irgendwann auch gerne zurückerinnert.“
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Wie lernt man loszulassen? Silvia Fauck: „Man muss lernen, sich als Person wichtiger zu nehmen als den anderen. Denn nach einer Trennung ist es genau umgekehrt. Der Ex-Partner ist das Allerwichtigste und sich selber macht man ganz klein. Das Verhältnis umzudrehen hört sich leicht an, ist aber schwierig. Es hilft auf jeden Fall, sich abzulenken und sich etwas Gutes zu tun.“
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Muss man wütend sein auf den Ex-Partner? Silvia Fauck: „Nein, das muss nicht ungedingt sein. Es ist eher eine Charakterfrage. Auf der einen Seite kann die Wut erleichternd sein. Doch in diesem Zustand handelt man oft auch unüberlegt und plant zum Beispiel Racheaktionen, die einem hinterher furchtbar peinlich sind.“
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Wie geht man mit Einsamkeit und Verlustängsten um? Silvia Fauck: „Oft hilft es, für sich ein kleines Tagebuch zu schreiben. Auch eine Positiv- und Negativliste der vergangenen Beziehung ist aufschlussreich. Denn in seiner Trauer neigt man dazu, das Positive viel zu hoch zu hängen. Wenn man sich auch das Negative klar macht, kommt man schneller zu dem Ergebnis, dass viele Dinge in der Beziehung möglicherweise nicht gestimmt haben und man vielleicht schon länger unglücklich war.“
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Wie gewinnt man sein Vertrauen in die Liebe zurück? Silvia Fauck: „Das braucht natürlich Zeit, kurz nach der Trennung ist man erstmal blockiert. Aber ich hatte noch keinen Patienten in acht Jahren, der sich nicht irgendwann wieder verliebt hat.“
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Muss ich die alte Beziehung verarbeitet haben, bevor ich etwas Neues beginne? Silvia Fauck: „Besser ist das schon. Doch manchmal überschneidet sich das Leben. Auch reagieren Männer und Frauen unterschiedlich. Frauen wollen oft lernen, was sie falsch gemacht haben, damit ihnen das nicht wieder passiert. Männer suchen sich schneller eine Frau, wenn auch oft nur als Ablenkung, wie eine Pille gegen den Schmerz. Sie trauern dann trotz so einer Bettgeschichte, kommen irgendwann in meine Praxis und wissen nicht mehr weiter. Meine Erfahrung ist: Männer leiden mindestens genauso lange.“
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