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Sanfte Hilfe: Grüner Tee gegen Tumorzellen

Grüner Tee soll die Tumorentwicklung hemmen.
Grüner Tee soll die Tumorentwicklung hemmen.

Die im grünen Tee enthaltenen Pflanzenstoffe sollen vor Prostatakrebs schützen. Italienische Mediziner konnten mit einem Wirkstoff aus grünem Tee verhindern, dass sich bei Patienten mit einer Krebs-Vorstufe tatsächlich ein Tumor entwickelte.

Sie hatten den Männern täglich 600 Milligramm Catechine verabreicht. Das sind Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavonoide, die Pflanzen vor Krankheiten schützen. Die Catechin-Mischung enthielt zu 50 Prozent EGCG (Epigallo- Catechingallat). Dieser Stoff löst den Zelltod von Prostata-Tumor-Zellen aus, lässt aber gesunde Zellen unbeschadet.

EGCG kommt in grünem, aber nicht in schwarzem Tee vor.

An der Studie in Parma nahmen 62 Patienten mit einer fortgeschrittenen Veränderung der Prostata teil. Normalerweise entwickeln ein Drittel solcher Patienten innerhalb eines Jahres ein Prostata-Karzinom. Von den 32 Studien-Teilnehmern, die Catechine aus grünem Tee einnahmen, war nach einem Jahr nur einer an einem Prostata-Karzinom erkrankt. In der 30-köpfigen Vergleichsgruppe, die ein Placebo bekommen hatte, waren es dagegen neun Männer.

Die tägliche Catechin-Dosis entsprach etwa derjenigen Menge, die in zehn bis 20 Tassen grünem Tee enthalten ist, erklärte Studienleiter Saverio Bettuzzi.

Ein Glas Rotwein am Tag halbiert das Risiko, an bösartigen Tumoren der Prostata zu erkranken. Das haben US-Forscher herausgefunden. Vor allem gegen sehr aggressive Geschwulste hilft der Rebensaft, so Forscher um Janet L. Stanford vom Fred Hutchinsons Cancer Research Center in Seattle. Die Wissenschaftler befragten die Versuchsteilnehmer nach ihrem Alkoholkonsum. Ergebnis: Wer mehr als viermal pro Woche 0,1 Liter Rotwein trank, hatte ein um 60 Prozent verringertes Risiko, an Prostata-Krebs zu erkranken. Weißwein und hochprozentige Spirituosen schützten dagegen nicht vor Tumoren.

Forscher vermuten, dass bestimmte Bestandteile im Rotwein, so genannte Antioxidantien, vor bösartigen Geschwulsten bewahren. Diese Stoffe entschärfen im Körper besonders „freie Radikale“, also sehr aggressive Substanzen, die unter anderem das Erbgut schädigen und so Krebs auslösen können. Die Trauben von Rotwein enthalten reichlich von dem antioxidativen Wirkstoff Resveratrol. „Es ist schwierig, irgendeine Empfehlung zum Alkoholkonsum zu geben, da größere Mengen Krebs auslösen“, so Janet Stanford. „Aber wenn Männer regelmäßig trinken, sollte man ihnen moderate Mengen Rotwein empfehlen.“

Faltenglätter Botox hält die Drüse in Schach. Botox hat bisher vor allem als Faltenglätter Karriere gemacht. Eine Studie zeigt, dass das Nervengift Männern mit vergrößerter Prostata das Leben erleichtern kann. Wächst die Prostata weiter, sind Probleme beim Wasserlassen, häufiger Harndrang sowie Infektionen die Folge, die auftreten, weil sich die Blase nicht mehr vollständig leert.

Der Grund: Die Drüse liegt wie ein Ring um den Harnleiter herum und klemmt ihn durch stetiges Wachstum immer mehr ab. Gut der Hälfte der Männer bereitet die Drüse früher oder später Probleme.

Forscher injizierten für die Studie Botox direkt in die Prostata. Das Ergebnis: Das injizierte Gift sorgt dafür, dass sich das Gewebe entspannt und der Druck auf den Harnleiter nachlässt. Weniger Beschwerden Mehr als zwei Drittel der Studienteilnehmer berichteten, dass sich ihre Beschwerden um 30 Prozent vermindert hätten. Vier von fünf Studienteilnehmern konnten aufgrund der Injektionen ihre Blase wieder vollständig entleeren. Der positive Effekt hielt bei einem Teil der Probanden sogar ein ganzes Jahr an.

Studienleiter Michael B. Chancellor von der University of Pittsburgh School ofMedicine erklärte, dass Botox den programmierten Zelltod (Apoptose) in einem Teil der Prostatazellen auslöst. Sie sterben ab, und die Prostata schrumpft. Bewegen und sich warm halten, Ausdauertraining wie Joggen und Nordic Walking sind gut geeignete Sportarten, da sie auch die Beckenbodenmuskulatur trainieren.

Nicht nur beim Sport, sondern immer darauf achten: Unterkühlungen des Körpers durch Nässe und Kälte vermeiden. Sie können Verkrampfungen der Prostatamuskeln verursachen. Aus den getrockneten Früchten der Sägepalme (Serenoa repens) wird ein Extrakt gewonnen, der die Bildung bestimmterHormone hemmt, die für das Wachstumder Prostata verantwortlich sind. Außerdem hat die pflanzliche Substanz einen entzündungshemmenden und abschwellenden Effekt, der direkt auf das Gewebe der Vorsteherdrüse wirkt. Ein aus den Wurzeln der Brennnessel (Urtica dioica) gewonnener Extrakt erhöht die Harnmenge, sodass insgesamt mehr Urin ausgeschieden werden kann.

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