Die Plagiatsvorwürfe gegen den deutschen Grand-Prix-Beitrag „Glorious“ sollen möglichst schnell mit Hilfe eines musikwissenschaftlichen Gutachtens entkräftet werden.
„Wir hoffen, dass es noch in dieser Woche was wird“, sagte eine NDR-Sprecherin am Dienstag. Der NDR ist innerhalb der ARD federführend für den Eurovision Song Contest zuständig.
Der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber erklärte, Plagiatsvorwürfe gehörten zur „Folklore des ESC“.
Derweil geht die Debatte weiter. Die Phonetikerin von der Universität Kiel, Tina John, hat Parallelen zwischen dem ESC-Siegertitel von 2012 „Euphoria“ und Cascadas „Glorious“ untersucht. Es gebe beispielsweise Übereinstimmungen im groben Aufbau, bei den Pausen und bei der Atemstilistik der Sängerinnen, sagte die Wissenschaftlerin. „Ich persönlich finde es sehr auffällig.“
Zudem werde es bei beiden Liedern an den gleichen Stellen laut und leise. Dagegen sagte der Mainzer Musikwissenschaftler Thorsten Hindrichs im Interview mit eurovision.de: „Cascadas „Glorious“ ist mit Sicherheit kein Plagiat von „Euphoria“, sondern eine handwerklich sehr, sehr gut gemachte 'Stilkopie'.“
Sollte der Cascada-Song tatsächlich eine Kopie sein, dann wird wohl die beim Vorentscheid zweitplatzierte bayerische Bläser-Combo LaBrassBanda nach Malmö reisen und Deutschland beim Grand Prix vertreten. Mit ihrem Song „Nackert“ stieg die Band auf Rang 74 der Media-Control-Single-Charts ein.
Cascada liegt mit „Glorious“ derzeit auf Platz 36.
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