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„Neu-Russe“: Depardieu: Ein Pass und eine Umarmung von Putin

Willkommen, Bruder: Schauspieler Gerard Depardieu wird von Präsident Putin in Russland begrüßt.
Willkommen, Bruder: Schauspieler Gerard Depardieu wird von Präsident Putin in Russland begrüßt.
Foto: dpa
Moskau –  

Willkommen, Bruder: Sie strahlen, herzen und begrüßen sich, wie alte Freunde: „Neu-Russe“ Gerard Depardieu und Präsident Putin lagen sich am Sonntag in den Armen.

Kremlchef Putin (re.) hatte Neu-Russe Depardieu (li.) am Sonntag zum Festessen eingeladen.
Kremlchef Putin (re.) hatte Neu-Russe Depardieu (li.) am Sonntag zum Festessen eingeladen.
Foto: dpa

Der Grund für das Spektakel: Der Kremlchef hatte Depardieu (64, „Asterix und Obelix“) zum Festessen in seine Residenz in Sotschi am Schwarzen Meer geladen. Und nebenbei gab's dann gleich auch den russischen Pass für den alternden Schauspieler.

Mit den brandneuen Dokument will Depardieu, der seinen französischen Pass behalten kann, künftig im Riesenreich weniger Steuern zahlen als in seiner alten Heimat. Putin hatte ihm vor wenigen Tagen per Dekret die Staatsbürgerschaft verliehen.

Und weil's so schön war, wedelte Depardieu am Sonntag dann auch stolz mit dem neuen Ausweis, als er in die Stadt Saransk, rund 650 Kilometer südöstlich von Moskau, weitergereist sei, verrieten Zeugen. Dort wollte der Star mit Freunden das orthodoxe Weihnachtsfest feiern.

Brigitte Bardot auch bald Russin?

Die französische Schauspielerin und Tierschützerin Brigitte Bardot (78) schloss ebenfalls ein baldiges Treffen mit Russlands starkem Mann nicht aus. Putin sei „sehr human“ und habe „mehr für den Tierschutz getan als alle unsere Präsidenten“, sagte sie der Zeitung „Nice-Matin“.

Bardot droht damit, wie Depardieu die russische Staatsbürgerschaft zu beantragen, falls zwei Zirkus-Elefanten in Lyon getötet würden. Bei den Dickhäutern besteht Verdacht auf Tuberkulose. Putin hatte sich in Medien mehrfach als Tierschützer inszeniert.

Depardieu und Bardot sind Dummköpfe

Kritik an Bardot und Depardieu kam vom Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit. Er nannte die beiden „ausgesprochene Dummköpfe“. „Wenn sie sich zu Putin ins Bett legen wollen, dann sollen sie es tun, damit ist die Angelegenheit geregelt“, sagte er dem Fernsehsender BFMTV.

Bestseller-Autor Wladimir Kaminer („Russendisko“) sieht in dem Nationalitätenwechsel von Depardieu einen Drang nach Anerkennung. Der Schauspieler sei in einem Alter, in dem er sich frage: „Bin ich noch Mann oder schon Maus?“, sagte Kaminer der Nachrichtenagentur dpa.

Etwas Gutes bringe der Schritt aber möglicherweise mit sich, sagte der in Moskau geborene und in Berlin lebende Autor ironisch. „Depardieu könnte den Russen beim Weinanbau helfen. Russischer Wein schmeckt abscheulich.“

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