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„Absolute Mehrheit“: So lief Stefan Raabs zweiter Polit-Game-Talk

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Raab talkt mit seinen Gästen Dorothee Bär (CSU,l.) und  Yvonne Ploetz (Linke).
Raab talkt mit seinen Gästen Dorothee Bär (CSU,l.) und Yvonne Ploetz (Linke).
Foto: Screenshot ProSieben
KÖLN –  

Kann dieser Mann wirklich Kanzlerduell? Entertainer Stefan Raab gilt seit Tagen als heißer Anwärter auf einen Moderationsjob beim TV-Duell zwischen Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) zur Bundestagswahl im Herbst.

Am Sonntagabend hatte Raab erneut die Chance, seine Fähigkeiten als ernstzunehmender Polit-Talker unter Beweis zu stellen: Bei ProSieben lief die zweite Ausgabe seiner neuen Show „Absolute Mehrheit“. Unter dem Motto „Ladies Night“ hatte Raab dieses Mal eine Frauenrunde zu Gast.

Wie Raabs zweiter Polit-Gameshow-Talk lief – die Sendung im Check:

Wer diskutierte mit? Schon vorab war bekannt, dass es die „Absolute Mehrheit“-Redaktion bei der Suche nach Talk-Gästen wohl nicht ganz so leicht hatte. Deshalb diskutierte am Sonntagabend bei ProSieben eher die Zweitbesetzung der Parteien als die Polit-Prominenz.

Im Einzelnen dabei: CSU-Vize-Generalsekretärin Dorothee Bär (34), die Bonner Grünen-Abgeordnete Katja Dörner (36), Linken-Politikerin Yvonne Ploetz (28) und Linda Teuteberg (31) von der FDP. Dazu kam Musiker Olli Schulz, der die Damenrunde als einziger männlicher Vertreter komplett machte.

Worum ging’s? Passend zur „Lady’s Night“ kam bei Raab als erstes das Thema Frauenquote auf den Tisch. Die junge Damenriege tauschte dabei alt bekannte Argumente aus: FDP-Frau Teuteberg war dagegen („Als Liberale bin ich natürlich erstmal für Wettbewerb“, „Unternehmen müssen selbst entscheiden können“). Linken-Politikerin Yvonne Ploetz sprach sich hingegen für eine Quote nach norwegischem Vorbild aus. Argumente freundlich vorgetragen, aber leider wenig Biss.

Liedermacher Olli Schulz (r.) war der normale Bürger in der Talkrunde. Daneben Katja Dörner (Grüne) und Linda Teuteberg (FDP).
Liedermacher Olli Schulz (r.) war der normale Bürger in der Talkrunde. Daneben Katja Dörner (Grüne) und Linda Teuteberg (FDP).
Foto: Screenshot ProSieben


Als nächstes sprach die Talk-Riege über Tugendhaftigkeit in der Politik. Mit Blick auf Politiker-Rücktritte wie jüngst von Annette Schavan fragte Raab, ob es eine Skandalisierung der Politik gebe, ob der Mob bestimme, wer gehen müsse. Spannende Fragen, die man etwas ausführlicher hätte diskutieren müssen. Katja Dörner (Grüne) sprach sich kurz für mehr Transparenz aus, FDP-Politikerin Teuteberg kritisierte Denunziantentum im Politikbetrieb. Der Tenor: Bei den anderen Parteien läuft’s schlecht, bei uns gut. Das war zu erwarten.

Zum Schluss ging’s dann nach Mitternacht noch um das Thema Mietwucher in Städten. Dorothee Bär (CSU) versuchte da zunächst, junge Menschen in ihren bayrischen Wahlkreis zu locken (niedrige Mieten, „gute Infrastruktur, nette Menschen“), sprach sich darüber hinaus für Mietpreisgrenze und Eigenheimzulage für junge Familien aus. Katja Dörner (Grüne) kritisierte Kürzungen bei Förderprogrammen in sozialen Brennpunkten. Und Linda Teuteberg (FDP) sprach davon, dass zu wenig Bauland ausgewiesen sei – selbst in Innenstädten. Nicht nur der Moderator war da überrascht.

Gab es Zicken-Zoff? Mitnichten! Wer bissige Streiteren in der Damenrunde erwartet hatte, wurde enttäuscht. Die jungen Frauen waren gut vorbereitet und versuchten eher, mit locker-flockigen Sprüchen beim Publikum zu punkten als mit Angriffen auf den politischen Gegner.

Kostprobe gefällig? Beim Thema Frauenquote lieferte etwa Dorothee Bär (CSU) in Richtung des Moderators ab: „Allein das Sie zum Beispiel gemeint haben: Meine erste Show war nicht so toll, lad ich heute mal Frauen ein, dann wird sie besser. Da muss ich sagen: Da hat sich das Thema doch schon gelohnt an dieser Stelle.“ Interessanter Ansatz auch von Grünen-Frau Dörner: Mit einem gemischten Führungsteam wäre der Berliner Flughafen vielleicht schon fertig.

Wer brachte die kontroversesten Sprüche? Die kamen eindeutig von Sänger Olli Schulz – zum Beispiel zur Frauenquote: „Die Frage ist ja auch bei einer Frauenquote, ob du damit auch das Denken von Leuten aus dem Kopf kriegst, die 67 Jahre alt sind wie Herr Brüderle – und ein Frauendenken haben, wie Frauen 1950 waren. Und das kriegste nicht mehr. Bei manchen Leuten musst du einfach abwarten, dass die aussterben!“

Zum Schluss holte Schulz dann noch einmal ordentlich gegen hohe Mietpreise aus: „Wir haben momentan 'ne asoziale Marktwirtschaft, keine soziale!“ Für sein markiges Auftreten bekam Schulz von Kommentator Peter Limbourg die Bezeichnung „alte Dame des Polit-Talks“ – zu Recht.

Funktioniert das Sendungskonzept? Teilweise. Die Idee der lockeren Gesprächsrunde sorgte auch in der zweiten „Absolute Mehrheit“-Ausgabe für Abwechslung im Genre der häufig eher dröge daher kommenden Polit-Talkshows. Problematisch waren jedoch wieder die vielen Themenwechsel. Gerade wenn es spannend wurde, musste Raab häufig zum nächsten Thema überleiten. Gut möglich, dass zwei statt drei Themen der Sendung mehr Tiefe geben würden.

Fragwürdig bleibt außerdem das Abstimmungskonzept. Linda Teuteberg (FDP) bekam knapp 40 Prozent der Zuschauerstimmen – obwohl sie mit ihrem Auftritt kein wirkliches Glanzlicht setzte. Ob sich da die Jungen Liberalen die Finger wund gewählt haben? Unklar. Auf das undurchsichtige und stellenweise nervige Abstimmungsprozedere könnte die Sendung jedenfalls gut verzichten.

Und Stefan Raab? Ein würdiger Kanzlerduell-Moderator? Mit der zweiten Ausgabe von „Absolute Mehrheit“ gab der Entertainer eindeutig eine Moderations-Empfehlung für sich ab. Raab präsentierte sich gut informiert, hakte immer wieder kritisch nach und versuchte, Politiker-Worthülsen zu hinterfragen. Der Moderator hörte seinen Gästen zu, wirkte dabei hellwach und konzentriert. Als Zuschauer merkte man: Der Entertainer hat Lust auf politische Themen, auch wenn ihm hin und wieder noch etwas die Routine fehlt. Dennoch gute Voraussetzungen dafür, dass Raab Teil der Moderationsriege für’s Kanzlerduell wird.

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