„Hallo zusammen. Ich bin der Marktplatz von Porz. Man sagt, ich sei hässlich. Ich kann allen, die mich nicht mögen, leider nicht widersprechen. Mich kann man nicht schönreden. Ich brauche Hilfe. Dringend! Wenn Sie, lieber Leser, mir auch helfen wollen, schneiden- Sie bitte diesen Brief aus, schicken Sie ihn dem Bürgermeister, dem Baudezernenten, allen, die hier was zu sagen haben.
Ach, früher, da freute ich mich jeden Dienstag und Samstag auf den großen Markt. Die Menschen strömten aus dem Kaufhaus Karstadt herbei, oder wieder hinein. An den Marktständen hielten sie ein Schwätzchen und machten ihre Einkaufskörbe voll. Auf mir war was los. Heute bin ich nur noch eine Steinwüste. Entschuldigen Sie, wenn ich es so deutlich sage: Ich bin echt am Arsch.
Mario Spieker (45) von der Marktapotheke ist in der IG Porz aktiv: „Wir haben wegen der Situation auch Deutsche-Bank-Chef Ackermann angeschrieben, weil die Bank als Kreditgeber von Dawson Day, den neuen Besitzern der Hertie-Immobilie, fungierte. Es kam auch ein Antwortbrief. Man habe auf etwaige Entscheidungen keinen Einfluss.“
Ayse Atici (43) eröffnete ein neues medizinisches Kosmetikstudio an der Bahnhofstraße: „Die Situation rund um den Marktplatz ist eine Katastrophe. Dabei kann es in Porz sonst so schön sein. “
Günter Hahn (57, Steuerberater) erinnert sich gerne an seine Jugendzeit, als es das Scala-Kino noch gab: „1970 wurde »Ben Hur« gezeigt, das weiß ich noch genau. Früher war in der City richtig Action – und das könnte man wieder schaffen. Man muss sich halt was einfallen lassen. Es geht ja auch um Arbeitsplätze.“
Ludwig Drathen (59, betreibt das Fotogeschäft auf der Hauptstraße): „Durch die Situation am Marktplatz ist meine Kundenfrequenz umein Drittel gesunken. Aber: Porz wird sich wieder nach vorne entwickeln. Wir sind ein Zuzugsgebiet.“
Der Karstadt, der zu Hertie wurde, ist die größte Ruine der Stadt. Die marode Tiefgarage unter mir droht eines Tages einzustürzen. Das schöne Spielzeuggeschäft Feldhaus an meiner Westflanke brannte eines Nachts ersatzlos nieder. Auf mir wuchert Unkraut. Ich kann so nicht mehr weiterleben.
Zur Zeit reden Politiker und Investoren (wieder einmal) über Pläne, mich und meinen Bruder Kaufhaus umzugestalten, freundlich und modern zu machen. Ich bin sicher, dass die Menschen dann auch zu mir zurückkommen werden. Porz braucht mich. Sie wissen das."
Er überlebte den Archiv-Einsturz
Gebhard Aders aus Porz gehörte zu den letzten Nutzern des Stadtarchivs. Sein Thema zu der Zeit: Wie die Porzer den Bombenkrieg in Köln erlebten. Erstmals werden hier Auszüge aus Aders Schilderungen des 3. März 2009 veröffentlicht.
Expedition Porz
Porz wurde vor 60 Jahren zur Stadt - für einen Zeitraum von 25 Jahren. Anlass für eine EXPRESS-Jubiläums-Tour durchs Veedel. Heute ist der Stadtbezirk ein großes, starkes, spannendes Stück Köln.
Porzer OB-Enkel erfindet Kölner Cola
Nach der berühmten Afri-Cola gibt es nun eine neue Cola aus Köln auf dem Markt: Sie heißt „Coelna“ - mit ihr hat Georg Pünder, Absolvent des Porzer Stadtgymnasiums und Werbefotograf, mit zwei Freunden eine Schnapsidee wahr gemacht.