Die wichtigsten Zutaten für diese verrückte Geschichte sind: ein herrlich schräger Arzt, ein ehemaliger US-Soul-Weltstar, eine Dönerbude. Dies ist die Geschichte von Dr. Günther Reinhardt (60).
Dr. Reinhardt, der in seinem Haus in der Porzer City eine Praxis für Transfusionsmedizin betreibt, ist der große Musik-Conferencier. Jeden zweiten Mittwoch versammelt er in seiner Gartenlaube Musiker verschiedenster Gattungen und Nationalitäten zur Jam-Session. „Ich schaffe es regelmäßig, Leute aus 20 Nationen hier zusammenzutrommeln. Amateure und Profis - immer in einer anderen Besetzung“, sagt Dr. Reinhardt. Da trifft Querflöte auf karibische Steel-Drums, da trifft der Saxophon spielende Spanisch-Lehrer vom Porzer Stadtgymnasium auf den aserbaidschanischen Geiger, Türke auf Grieche. Und alle zusammen trafen sie zuletzt auf die Disco-Ikone der 70er Jahre, George McCrae (65, „Rock your Baby“). Einer der Musiker, das Porzer Original „Tippaman“, hat den Draht zu McCrae - beide stammen aus Aruba, der Hauptstadt der Antillen: „Wir haben da zusammengewohnt. Seine Frau hat meine Mutter betreut“, erklärt Tippaman.
Teilnehmer berichten, dass die Sessions großen Spaß machen, es aber mitunter auch chaotisch zugeht - was Dr. Reinhardt bestätigt: „Das letzte Mal war eine Katastrophe. Zu viel Gitaristen. Da spielte dann Jimi Hendrix gegen Santana. Da hatte ich nicht aufgepasst...“
Dabei hatte Günther Reinhardt mit Instrumenten früher nichts am Hut. Der im thüringischen Meiningen geborene, in Köln- Nippes aufgewachsene „Junge aus dem Leben“ fühlte sich dem Sport hingezogen, war erst Turner, dann Boxer - heute noch ist er ab und an als Vereinsarzt beim SC Colonia 06 tätig. Und die Dönerbude? Da, „beim Yilmaz“ gleich gegenüber, hatte der Saz spielende Yilmaz irgendwann mit Tippaman und anderen regelmäßige Session etabliert. Als das Lokal dichtmachte, holte Stammgast Dr. Reinhardt die ganze Truppe in seinen Garten...
Er überlebte den Archiv-Einsturz
Gebhard Aders aus Porz gehörte zu den letzten Nutzern des Stadtarchivs. Sein Thema zu der Zeit: Wie die Porzer den Bombenkrieg in Köln erlebten. Erstmals werden hier Auszüge aus Aders Schilderungen des 3. März 2009 veröffentlicht.
Expedition Porz
Porz wurde vor 60 Jahren zur Stadt - für einen Zeitraum von 25 Jahren. Anlass für eine EXPRESS-Jubiläums-Tour durchs Veedel. Heute ist der Stadtbezirk ein großes, starkes, spannendes Stück Köln.
"Rette mich, wer kann"
„Hallo zusammen. Ich bin der Marktplatz von Porz. Man sagt, ich sei hässlich. Ich kann allen, die mich nicht mögen, leider nicht widersprechen. Mich kann man nicht schönreden. Ich brauche Hilfe!"