Empfehlen | Drucken | Kontakt26.11.2010 - 17:19 Uhr

Bundestag: Zoff um Reise des Kölner CDU-Nachwuchses

Von CHRISTIAN WIERMER
So warb die Junge Union Köln auf ihrer Homepage für die Berlin-Fahrt.
So warb die Junge Union Köln auf ihrer Homepage für die Berlin-Fahrt.
Foto: Screenshot
Berlin/Köln –  

Zoff um eine angebliche Vergnügungsreise des Kölner CDU-Nachwuchses auf Steuerzahlerkosten! Die Junge Union will kurz vor Weihnachten nach Berlin reisen. Die Fahrt sorgt für Ärger – sogar  im Bundestag.

„Wir fahren nach Berlin“  - unter diesem Motto bietet die JU eine dreitätige „politische Themenfahrt“ vom 16. bis 18. Dezember  in die Hauptstadt an. Für die Reise „unter dem Oberthema Linksextremismus“ wurden im Haus von Jugendministerin Kristina Schröder (CDU) Fördermittel beantragt.

Der eigene Teilnehmerbeitrag von gerade mal 20 Euro soll  „bei erfolgreicher Teilnahme“ erstattet werden.

Zeitgleich warb die JU im Internet für den Trip, bei dem es unter anderem ein Gespräch mit dem Kölner CDU-Abgeordneten Michael Paul, ein Besuch im Mauermuseum am „Checkpoint Charlie“ und eine Feier „mit unseren Freunden des JU-Deutschlandrates im Felix“ geben soll.

Das auf der Rückseite des Hotel Adlon gelegene „Felix“ ist eine noble Disco, die sich auf der eigenen Webseite als Ort bezeichnet, „an dem man sehen und gesehen werden möchte und in pulsierender Clubatmosphäre elegant und ausgelassen feiert.“

Der Antrag auf Fördermittel löst bei der SPD im Bundestag Empörung aus. Der im Jugendausschuss sitzende Abgeordnete Sönke Rix: „Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass es dafür einen Zuschuss geben soll. Es handelt sich ganz offensichtlich um eine Vergnügungsreise.“

Auch die Kölner CDU-Abgeordneten sind sauer. „Sehr unglücklich“ nennt Ulla Heinen die JU-Fahrt. Heinen: „Bei allem Verständnis für den Wunsch nach Freizeit, hätte ich mir gewünscht, dass die JU mit einem solch wichtigen Thema wie Linksextremismus ernsthaft umgeht.“ Michael Paul betont: „Eine Spaßfahrt werde ich nicht unterstützen.“

Der Kölner JU-Chef Florian Braun war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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