Teheran - Der Aufstand gegen das Mullah-Regime - die Lage wird explosiver. Immer mehr Menschen schließen sich den Protesten an, immer brutaler schlägt das Regime zu. Viele befürchten einen Bürgerkrieg. Beim heutigen Freitagsgebet soll Ajatollah Chamenei sprechen, der oberste Führer des Iran. Zugleich wollen Hunderttausende demonstrieren.
„Gefährlich wird es, wenn die Dunkelheit kommt“, sagt ein Redakteur beim Kölner Sender TVPersia, der permanent neue Nachrichten und Fotos aus dem Iran erhält. Dann schlagen nicht nur die Revolutionsgarden noch härter zu, „inzwischen gibt es Gegengewalt der Demonstranten“. Zugleich würden sich aber immer mehr Polizisten den Demonstranten anschließen.
Die Berichte und Fotos, die den Sender via Internet, Satellit oder Handy erreichen, will das Regime Ahmadinedschad verhindern. Die Abwehr-Maschinerie läuft auf Hochtouren. Journalisten können im Iran kaum noch arbeiten. Westliche Sender werden vom Staats-TV überstrahlt, das Berichte über eine angebliche israelisch-amerikanische Verschwörung sendet.
Die Demokratie-Bewegung weicht auf das Internet aus, auf Plattformen wie Twitter, YouTube oder Facebook. Die kann der Geheimdienst nicht so leicht blocken wie den SMS-Verkehr. Doch nun, so warnen Mitglieder auf Twitter, nutzt das Regime die Portale für eigene Zwecke. Die Nachrichtenlage ist unübersichtlich, Beiträge können oft nicht überprüft werden.
Hier Twitter-Meldungen aus Teheran von Donnerstag:
• Eine Million bei Trauermarsch für die getöteten Demonstranten.
• Geheimdienst hat eine Liste mit Namen von Studenten.
• Uni geschlossen, Examen fallen aus.
• War in Klinik, Polizei kam, nahm verletzte Studenten mit.
• Ändert eure Zeiteinstellung, sonst können sie euch rausfiltern
Schließlich eine bestätigte Nachricht: Der Wächterrat will Samstag Beschwerden der Opposition gegen die Wahl prüfen.
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