Ärger um Außenminister Westerwelles (48, FDP) Lateinamerika-Reise: Kritiker werfen seinem mitgereisten Lebensgefährten, dem Kölner Sport- und Eventmanager Michael Mronz, vor, den Trip für eigene Geschäftskontakte zu nutzen.
Im Schlepptau hat Westerwelle 60 deutsche Wirtschaftsvertreter – und seinen Lebensgefährten. „Auch andere Außenminister haben ihre Partnerinnen auf Reisen mitgenommen“, erklärt Parteienkritiker Hans-Herbert von Arnim. „Der Unterschied ist aber, dass Mronz selbst ein Geschäftsmann ist – und zwar einer, der an Kontakten von Berufs wegen interessiert ist.“
Mronz betont, dass er Westerwelle als Privatmann begleite, sich vor Ort für Hilfsprojekte engagiere. „Das wollen und werden wir weiter fortsetzen“, stellt FDP-Chef Westerwelle klar.
Doch ist Mronz tatsächlich nur im Dienste der Wohltätigkeit unterwegs – oder steckt mehr dahinter? Von Arnim: „Auf dieser Reise kommt er nicht nur mit Firmen in den Gastländern in Kontakt, sondern auch mit den mitreisenden hochkarätigen Wirtschaftsgrößen. Man sitzt stundenlang zusammen im Flugzeug, ist in der Delegation rund um die Uhr beisammen. Da lernt man sich ziemlich gut kennen, das kann später nützlich sein.“
Ein weiterer Nebeneffekt, so von Arnim: „Beim Besuch von Sozialprojekten entstehen prestigeträchtige Bilder, die in den deutschen Medien erscheinen.“ Für Unternehmer Mronz ein kostenloser Werbeauftritt. „Auch wenn es rechtlich tatsächlich keine Einwände gibt – ein Geschmäckle bleibt trotzdem“, warnt von Arnim.
Auch Amtsvorgänger Frank-Walter Steinmeier übt Kritik: „Die Tatsache, dass ein Außenminister mit einer Delegation reist, ist gut und richtig. Falsche Eindrücke sollte man jedoch vermeiden.“
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