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Stolz auf Waffen-SS: Nazi-Verbrecher Bruins ist immer noch unbelehrbar

SS-Mann Siert Bruins (92)
SS-Mann Siert Bruins (92)
Foto: AP/dpa
Hagen –  

Rund 68 Jahre dauerte es nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Anklage. Nach nur 35 Minuten war einer der letzten NS-Verbrecherprozesse schon wieder beendet!

Angeklagt in Hagen ist der 92-jährige Siert Bruins. Er soll 1944 an der Erschießung des niederländischen Widerstandskämpfers Aldert Klaas Dijkema beteiligt gewesen sein. Bruins schwieg zum Mordvorwurf und zu seinem Lebenslauf. Er bestätigte dem Hagener Schwurgericht lediglich seine Personalien. Zu seiner Staatsangehörigkeit sagte der gebürtige Niederländer: „Ich bin seit 1942 Deutscher.“

Zudem hat Bruins 1944 einen Lebenslauf selbst verfasst. In dem schrieb er. „1941 ging ich freiwillig zur Waffen-SS.“ Offensichtlich bleibt er unbelehrbar.

Die ersten 35 Prozess-Minuten verfolgten auch Angehörige Dijkemas. Aldert Klaas Veldmann, ein Neffe des Opfers: „Ich möchte dem Angeklagten in die Augen sehen. Ich möchte sehen, ob er Angst hat.“

Zur Tatzeit war Siert Bruins laut Anklage Mitglied des deutschen Grenz- und Sicherheitspolizeipostens im niederländischen Delfzijl. Dort soll der heute in Westfalen lebende Angeklagte in der Nacht auf den 22. September 1944 gemeinsam mit einem Vorgesetzten vier Mal von hinten auf Dijkema geschossen haben.

Laut Staatsanwaltschaft war der Niederländer vor seiner Ermordung zu einem verlassenen Fabrikgelände in Appingedam gefahren worden. Dort soll ihm gesagt worden sein: „Geh mal eben pissen.“ Dann seien die Schüsse gefallen.

Einem hinzugerufenen Arzt soll später erklärt worden sein, dass Dijkema nach der Sperrzeit angetroffen worden und auf Anruf nicht stehen geblieben sei. Deshalb sei er auf der Flucht erschossen worden.

Ein niederländisches Sondergericht hatte Bruins bereits 1949 in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Doch der war da längst in den Untergrund abgetaucht und hatte sich später nach Deutschland abgesetzt.

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