Für rund zehn Millionen gesetzlich Versicherte wird die Krankenkasse in Kürze teurer.
Weil die Einnahmen aus dem Gesundheitsfonds nicht reichen, um die steigenden Ausgaben zu decken, erheben Dutzende Kassen künftig Zusatzbeiträge von 8 Euro im Monat. Doch ein Großteil des Geldes kommt nicht bei den Patienten an, sondern versickert in der Bürokratie.
Vier Krankenkassen haben bereits beim Bundesversicherungsamt Zusatzbeiträge beantragt, darunter DAK (6,3 Millionen Mitglieder) und Deutsche BKK (1 Million). Dutzende weitere Kassen planen Zusatzbeiträge ab 1. April oder in der zweiten Jahreshälfte.
Über die Höhe der Beiträge schweigen sie sich noch aus, doch Branchenkenner erwarten 8 Euro im Monat oder mehr. Am Montag würden sich die ersten Kassen „outen“, hieß es. Angesichts der Finanzlöcher im Gesundheitswesen (dieses Jahr fehlen 4 Milliarden Euro, Tendenz steigend) rechnet SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach damit, das bis Ende des Jahres fast alle Kassen Zusatzbeiträge erheben müssen. Würden alle 50 Millionen Versicherten 8 Euro im Monat extra zahlen, kämen pro Jahr 4,8 Milliarden Euro zusammen.
Doch die einzutreiben ist eine Mammutaufgabe. Birgit Fischer, Chef der größten deutschen Kasse Barmer GEK (8,5 Mio Mitglieder), warnt vor gewaltigem Verwaltungsaufwand durch die Zusatzbeiträge. Denn die werden nicht vom Lohn einbehalten, sondern müssen jedem Versicherten einzeln in Rechnung gestellt werden.
Folge: hoher Mehraufwand für Personal, Datenbanken, Porto, Mahnverfahren etc. Bei Beträgen über 8 Euro müssen die Kassen zudem das Einkommen des Versicherten prüfen. Der BKK-Bundesverband rechnet durch die Zusatz-Bürokratie mit einer Milliarde Euro Mehrkosten.
Weg mit Euro-Münzen - dafür Scheine
In Brüssel wird über einen Umstieg von den 1- und 2-Euro-Münzen auf 1- bzw. 2-Euro-Scheine debattiert. Grund: Die Herstellung von Münzen ist sehr kostspielig
Bundestag beschließt Organspende-Reform
Nach jahrelangen Debatten hat der Bundestag eine umfassende Reform der Organspende in Deutschland beschlossen. Wir erklären, was sich für uns ändert.
Bericht: 50 Milliarden Euro Schwarzgeld in der Schweiz
Etwa 50 Milliarden Euro deutsches Schwarzgeld in der Schweiz könnten nachträglich besteuert werden, wenn das neue Abkommen mit dem Nachbarland in Kraft tritt.