11 Uhr, Schloss Bellevue, es ist soweit: Christian und Bettina Wulff treten vor die Kameras – ein letztes Mal als oberstes Paar des Staates. Ein letztes Mal spricht Wulff als Bundespräsident: Er gibt seinen Rücktritt bekannt.
Nachdem die Staatsanwaltschaft angekündigt hatte, seine Immunität aufheben zu lassen, konnte er dem wachsenden Druck nicht mehr standhalten – nach monatelangen Affären gibt er sein Amt auf! Dreieinhalb Minuten lang erklärt sich Wulff, bedankt sich bei Bürgern, Mitarbeitern und Familie. Dann ist er weg.
30 Minuten später geht Bundeskanzlerin Angela Merkel an die Öffentlichkeit. In einem kurzen Statement zollt sie dem abgetretenen Präsidenten ihren Respekt, lobt Wulff und Ehefrau Bettina als würdige Vertreter des Staates. Dann ist zur Causa Wulff alles gesagt – Merkel spricht bereits über die Suche nach dem Nachfolger.
Wie sich am Freitagvormittag die Ereignisse überschlugen – hier gibt es die Ereignisse im Liveticker zum Nachlesen:
• Immer mehr Politiker reagieren auf den Rücktritt: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat den Schritt „nach der Entwicklung der vergangenen Monate unvermeidlich“ bezeichnet. „Deutschland braucht jetzt einen Präsidenten, der sich auf ein breites Vertrauen stützen kann.“
• CDU, CSU und FDP werden sich nun beraten und danach auf SPD und Grüne zugehen. „Wir wollen Gespräche führen mit dem Ziel, einen gemeinsamen Kandidaten für die nächste Wahl des Bundespräsidenten zu finden“, sagt Merkel. „Ich danke Ihnen.“
• Merkel: „Er uns seine Frau Bettina haben dieses Land in In- und Ausland würdig vertreten. Ich danke beiden dafür und bin überzeugt: Dafür gebührt ihnen unser aller Dank.“
• „Christian Wulff hat sich voller Energie für ein modernes, offenes Deutschland eingesetzt“, sagt Merkel. „Er hat hat deutlich gemacht, dass die Stärke des Landes in seiner Vielfalt liegt.“
• Um 11.30 Uhr tritt Angela Merkel vor die Kameras: Sie habe den Rücktritt ganz persönlich mit tiefem Bedauern zur Kenntnis genommen, sagt die Kanzlerin.
• Wulff kündigte an, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an seiner Stelle am Donnerstag bei der Gedenkfeier für die Opfer der Neonazi-Terrorgruppe in Berlin die zentrale Rede halten werde.
• Er dankt den Bürgern und seinen Mitarbeitern, vor allem Ehefrau Bettina: „Sie hat mir in den vergangenen Monaten immer starken Rückhalt gegeben.“
• Wulff betonte, er sei davon überzeugt, dass die anstehende rechtliche Klärung der Vorwürfe gegen ihn „zu einer vollständigen Entlastung führen wird“. Er habe Fehler gemacht, stellt aber klar: „Ich war immer aufrichtig.“
• „Deutschland braucht einen Präsident, dem von einer breiten Mehrheit vertraut wird. Mein Vertrauen und meine Wirkungsmöglichkeiten sind beeinträchtigt worden“, sagt Wulff. Er will nun den Weg für einen Nachfolger freimachen.
• Wulff sagte, dass er sich mit ganzer Kraft seinem Amt gewidmet habe. Er spricht über Deutschland, Zusammenhalt und Integration. Er sagt: „Unser Land braucht einen Präsident, der sich uneingeschränkt diesen Herausforderungen widmen kann.“
• Er hat es gesagt: „Ich trete heute vom Amt des Bundespräsidenten zurück!“
• Christian Wulff und Ehefrau Bettina erscheinen. Wulff begrüßt die Gäste.
• Journalisten drängen sich im Schloss Bellevue, sie warten darauf, dass Wulff hinters Rednerpult tritt. Doch die weiße Tür, durch die er kommen wird, ist noch geschlossen.
• Noch ist Wulff nicht weg, doch die Diskussion über seinen Nachfolger läuft bereits: Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagte, nach Horst Köhler und Wulff werde eine Person benötigt, die anerkannt und dem Amt gewachsen sei. „Wir sollten den Versuch unternehmen, einen gemeinsamen Kandidaten zu finden“, betonte Künast. „Wir sind dafür offen.“
• Nach Wulff und Merkel möchte der Vizekanzler sprechen: Philipp Rösler (FDP) kündigte für 13 Uhr eine Erklärung an.
• Die Suche nach einem Nachfolger wird offenbar bereits geplant: Angela Merkel, Horst Seehofer und Philipp Rösler wollen sich bereits am Samstag in Berlin treffen, um im Falle eines Rücktritts über den nächsten Kandidaten zu beraten.
• Aus gut informierten Kreisen wird bekannt, dass Wulff heute tatsächlich seinen Rücktritt erklären will. Nach Angaben aus seiner Umgebung und der Koalition gibt er sein Amt auf.
• Auch Angela Merkel gibt bekannt, dass sie vor die Öffentlichkeit treten will. Für ihre Stellungnahme um 11.30 Uhr verschiebt sie eine geplante Reise nach Italien: Eigentlich sollte sie sich mit Regierungschef Mario Monti in Rom treffen.
• Nach den aktuellen Ereignissen am Donnerstagabend kündigt Wulff eine offizielle Erklärung an: Um 11 Uhr will er im Schloss Bellevue sprechen.
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