Das innerparteiliche Hickhack um die Thesen und den möglichen Ausschluss von Thilo Sarrazin kosten der SPD etliche Sympathiepunkte.
Nach dem am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Wahltrend des Magazins „Stern“ und des Fernsehsenders RTL sinken die Sozialdemokraten im Vergleich zur Vorwoche um 2 Punkte auf 25 Prozent. Es ist ihr schlechtester Wert seit Mitte Mai.
Nach einer „Stern“-Umfrage lehnt jeder zweite Deutsche eine Entlassung des umstrittenen Bundesbank-Vorstandsmitglieds Sarrazin ab. Dass die Bundesbank ihn vor die Tür setzen will, findet rund ein Drittel (34 Prozent) richtig. 16 Prozent hatten bei der Frage keine Meinung.
"Es wird ja so getan, als ob der Senat die Kinder ins Konzentrationslager schicken wollte."
Nirgendwo schlurfen so viele Menschen in Trainingsanzügen durch die Straßen wie in Berlin."
Die Beamten laufen bleich und übel riechend herum, weil die Arbeitsbelastung so hoch ist."
"Der Haushalt ist objektiv verfassungsfeindlich."
"Ihr seid alle Arschlöcher."
Das vereinte Land Berlin-Brandenburg ist natürlich immer eine Stadt Berlin mit angeschlossener landwirtschaftlicher Fläche."
"Der Schutt ist abgeräumt. Wir leben hier nicht mehr im Jahre 1945, sondern wir leben im Jahre 1947."
"Wer als Hartz-IV-Empfänger genug Kraft für ein Ehrenamt findet, der sollte dann die Kraft darin legen, Arbeit zu finden."
"Tempelhof ist kein Filetstück. Und wenn, dann schauen da schon die Maden raus."
"Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von Hartz-IV-Empfängern das Untergewicht."
"Bayerische Schüler ohne Abschluss können mehr als unsere in Berlin mit Abschluss."
"Dumm, dümmer, PDS."
"Für fünf Euro würde ich jederzeit arbeiten gehen. Das wären 40 Euro pro Tag."
"Vier Euro am Tag fürs Essen". Das reicht für Hartz-IV-Empfänger, so Thilo Sarrazin. Er hat auch einen Plan. Billig und satt mit 3,76 Euro. So sieht das Hartz-IV-Menü aus:
- 80 Gramm Müsli
- 20 Gramm Honig
- 1 Becher Joghurt
- 1 Banane
- 2 Tassen Kaffee
- Gemüsesuppe
- 100 Gramm Kartoffel
- 1 Karotte
- 1/2 Kohlrabi
- 1 Porree
- 80 Gramm Rindfleisch
- ein Glas Tee
- 2 Scheiben Brot
- 2 Scheiben Käse
- 1 Scheibe Bierschinken
- 100 Gramm Krautsalat
- 20 Gramm Butter
"Eine große Zahl an Arabern und Türken (..) hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel, und es wird sich auch vermutlich keine Perspektive entwickeln."
"Die Türken erobern Deutschland genauso wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate."
"Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert."
"Wir müssen in der Familienpolitik völlig umstellen: Weg von Geldleistungen, vor allem bei der Unterschicht."
"Hartz-IV-Empfänger sind erstens mehr zu Hause, zweitens haben sie es gerne warm, und drittens regulieren viele die Temperatur mit dem Fenster."
"Die Medien sind orientiert auf die soziale Problematik, aber türkische Wärmestuben können die Stadt nicht vorantreiben. Ich würde einen völlig anderen Ton anschlagen und sagen: Jeder, der bei uns etwas kann und anstrebt, ist willkommen; der Rest sollte woanders hingehen."
"Die große Frage ist: Wie kann ich es schaffen, dass nur diejenigen Kinder bekommen, die damit fertig werden? (...) Es ist ein totaler Unterschied, ob ich sage, du bist arm, weil du Kinder hast, oder ob ich sage, du hast in deinem Leben Probleme und du hast zwei, drei oder mehr Kinder, obwohl du nicht das Umfeld oder die persönlichen Eigenschaften hast, um die Erziehung zu bewältigen."
"Mir ist egal, wer unter mir Minister ist."
geboren am 12. Februar 19945 in Gera
Abitur am altsprachlichen Gymnasium in Recklinghausen
von 1967 bis 1971 studierte er Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn
anschließend Assistent am Institut für Industrie- und Verkehrspolitik der Universität Bonn, promovierte dort 1973 zum Dr. rer. pol.
ab 1975 war Sarrazin im öffentlichen Dienst des Bundes tätig, von 1975 bis 1978 als Referent im Bundes-Finanzministerium und anschließend bis 1981 als Referatsleiter im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung; ab 1981 erneut im Bundesfinanzministerium
Von 1990 bis 1991 Angestellter der Treuhandanstalt
1997 Staatssekretär im Ministerium für Finanzen in Rheinland-Pfalz
zwischen Frühjahr 2000 und Dezember 2001 bei der Deutschen Bahn, unter anderem im Vorstand
ab Januar 2002 Berliner Finanzsenator
seit 30. April 2009 im Vorstand der Bundesbank
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