Das Potsdamer Kulturzentrum „Waschhaus“ hat Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) ausgeladen.
Nach langen und zum Teil hitzigen Diskussionen über die Auseinandersetzung mit Sarrazin und dessen umstrittenen Thesen zu muslimischen Einwanderern habe man sich zur Absage entschieden, teilt das „Waschhaus“ auf seinem Anrufbeantworter mit.
Sarrazin sollte am 9. September in Potsdam mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ (DVA, 22,90 €) lesen. Zuvor waren bereits eine Lesung in Hildesheim und beim Berliner Literaturfestival abgesagt worden.
Während die Entscheidung der Bundesbank über die berufliche Zukunft ihres Vorstandes noch aussteht, bleibt ihm das Brandenburgische Literaturbüro als Veranstalter treu. Es werde nach einer Alternative für die Lesung in Potsdam gesucht, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Sie bestätigte einen Bericht der „Märkischen Allgemeinen“ (MAZ). Informationen dazu sollten in Kürze folgen.
Das „Waschhaus“ führte für seine Absage auch Sicherheitsbedenken an. Nach dem Bericht der MAZ hatten verschiedene Gruppen angekündigt, die für den 9. September geplante Veranstaltung zu verhindern oder zu stören. Zudem sollen Künstler die Einrichtung unter Druck gesetzt haben. Es habe Drohungen gegeben, künftig nicht mehr dort aufzutreten, wenn Sarrazin eine Bühne geboten werde.
Der 65-jährige Sarrazin steht wegen seiner Äußerungen über Einwanderer und genetische Eigenheiten von Volksgruppen im Kreuzfeuer der Kritik. In der ARD-Sendung „hart aber fair“ zeigte der SPD- Politiker am Mittwochabend erstmals Selbstkritik.
Nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ soll bereits feststehen, dass Sarrazin die Bundesbank verlassen muss.
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