Nach neun Wochen Koalitionsmarathon ist's vollbracht: SPD und Grüne haben den Koalitionsvertrag über eine künftige gemeinsame NRW-Landesregierung unterzeichnet – SPD-Chefin Hannelore Kraft mit einem roten Füller, Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann, die künftige Schulministerin, mit einem grünen Füller.
Die künftige NRW-Regierungschefin pustete noch schnell die Tinte trocken. Dann tauschen beide nicht nur die unterzeichneten Dokumente (89 Seiten Umfang, Titel: „Zusammen für NRW“), sondern auch ihre beiden Füller, wobei der grüne die rote Kappe aufgesetzt bekam und der rote die grüne – als Symbol für das neue Farbenspiel in der künftigen Regierung. „Auf gute Zusammenarbeit“, ruft die SPD-Chefin.
Die beiden Spitzenfrauen nehmen sich in den Arm, drücken sich innig. Dann prosten sich die „Hannelore“ und die „Sylvia“ bei einem Gläschen Sekt Mut zu. Den werden sie auch brauchen. Denn hinter SPD und Grünen steht im NRW-Landtag keine Mehrheit. Gegen die Stimmen der anderen drei Fraktionen bekommt die Koalition keinen Beschluss durch. CDU und FDP lehnen eine Kooperation ab und die Linke hat klargestellt, dass sie kein Abnickverein sei.
Mittwoch um zwölf Uhr will sich Kraft zur Ministerpräsidentin wählen lassen. Das dürfte spätestens im zweiten Wahlgang, wenn die einfache Mehrheit reicht, klappen: SPD und Grüne wollen sie geschlossen wählen (90 Stimmen), die Linken (11) sich enthalten. CDU und FDP haben zusammen 80 Stimmen.
Es wird zehn Ministerien geben: drei grüne, sieben für die SPD. Die Grünen haben sich bereits festgelegt. Wer bei der SPD gute Chancen auf einen Ministerposten hat – siehe in der Foto-Galerie.
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