Überraschender Geldsegen für die Linkspartei: Ein Rentner aus Niedersachsen hat ihr satte 175.000 Euro gespendet. Das gab es noch nie.
Im Karl-Liebknecht-Haus traute man seinen Augen kaum, als vor vier Wochen erst 75.000 und sechs Tage später noch mal 100.000 Euro auf dem Konto eingingen. Prompt landete die Summe als sofort veröffentlichungspflichtige Großspende (ab 50.000 Euro) in den Akten des Bundestages. Bis dahin stand die Linke dort seit der Gründung vor drei Jahren nicht ein einziges Mal. Der Absender: Dr. Friedhelm Holz (82), ein Chemiker aus dem Kurort Bad Rothenfelde bei Osnabrück.
EXPRESS besuchte den Mann, der Gregor Gysi & Co. so strahlen lässt. Holz wohnt in einer kleinen Eigentumswohnung, in der er mit seiner Frau die letzten 20 Jahre das Rentner-Dasein genoss. Doch in diesem Mai verstarb die Ehefrau an Krebs. Holz saß auf dem Geld, das er mit dem Verkauf seines früheren Hauses im Münsterland eingenommen hatte. „Weil wir keine Erben haben, wollte ich ein Testament machen, damit das Geld nicht an den Staat geht.“ Doch dann dachte Holz an die Erbschaftssteuer, die im Todesfall zu berappen wäre. „Das wollte ich nicht.“ Also: Spenden.
Nur an wen? „Die Kirche kam nicht in Frage, der Tierschutz auch nicht. Da kam ich auf die Idee, es einer Partei zu geben.“ Doch auch da musste Holz erst noch überlegen. „Von den jetzigen Parteien im Bundestag gefielen mir CDU und FDP nicht, die sind kapitalistisch. Die Grünen haben einen grünen Tick. Und die SPD ist seit Schröder eine neoliberale Partei, der wollte ich das Geld auch nicht geben.“
So kam er auf die Linkspartei. Doch warum nur? Auf die DDR jedenfalls ist Holz, dessen aus der Altmark stammende Familie im Zuge der Bodenreform durch die Sowjets enteignet wurde, überhaupt nicht gut zu sprechen. Aber auch mit der Bundesrepublik ist er alles andere als zufrieden. Und die Linke sei die einzige Partei, die wirklich was verändern wolle.
Holz kämpft unterdessen mit einem anderen Problem, seit der Bundestag die Spende – mit seiner Anschrift – im Internet veröffentlicht hat. Holz: „Jetzt bekomme ich jeden Tag Bettelanrufe. Dabei habe ich doch nun gar kein Geld mehr...“
Weg mit Euro-Münzen - dafür Scheine
In Brüssel wird über einen Umstieg von den 1- und 2-Euro-Münzen auf 1- bzw. 2-Euro-Scheine debattiert. Grund: Die Herstellung von Münzen ist sehr kostspielig
Bundestag beschließt Organspende-Reform
Nach jahrelangen Debatten hat der Bundestag eine umfassende Reform der Organspende in Deutschland beschlossen. Wir erklären, was sich für uns ändert.
Bericht: 50 Milliarden Euro Schwarzgeld in der Schweiz
Etwa 50 Milliarden Euro deutsches Schwarzgeld in der Schweiz könnten nachträglich besteuert werden, wenn das neue Abkommen mit dem Nachbarland in Kraft tritt.