Empfehlen | Drucken | Kontakt30.10.2010 - 14:26 Uhr

„Finger weg!“: Politiker und Polizei warnen vor neuem „Perso“

Der neue E-Perso, mit ihm kann man ab Ende des Jahres Behördengänge auch von zu Hause aus erledigen.
Der neue "E-Perso", mit ihm kann man ab Ende des Jahres Behördengänge auch von zu Hause aus erledigen.
Foto: zVg
Osnabrück –  

Ab dem 1. November wird der neue Personalausweis eingeführt. Doch Politiker und Polizei warnen vor der neuen Karte. Sie warnen sogar ganz deutlich: „Finger weg“.

Der elektronische Ausweis sei fast eine Einladung zu kriminellen Machenschaften, findet Klaus Jansen, der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter. „Der neue Personalausweis kommt mit einer Lesegerätetechnik für Onlinegeschäfte auf den Markt, bei der Kriminelle mit der Zunge schnalzen“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Sein Verband habe wiederholt gefordert, „hochwertige Lesegeräte mit einer eigenen Tastatur vorzuschreiben, wie sie auch für die elektronische Gesundheitskarte geplant sind“.

Es sei hoch gefährlich, wenn die Geheimzahl für den neuen Ausweis an der Computertastatur eingegeben werden müsse. „Die Eingabe können Kriminelle mitlesen, sofern der Rechner mit Schadprogrammen befallen ist“, warnte Jansen. Der Staat wiege die Menschen hier in trügerischer Sicherheit.

Und auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mahnt zur Vorsicht: „Mein Rat lautet Finger weg vom neuen Ausweis, solange dessen Kinderkrankheiten nicht behoben sind“, sagte GdP-Bundesvize Bernhard Witthaut der Zeitung. Das Ausspähen von Daten werde Kriminellen nach derzeitigem Stand viel zu einfach gemacht.

Ähnlich äußerte sich der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Ahrendt. Es gebe „ein hohes Risiko, dass Daten des neuen Ausweises von Kriminellen ausgelesen werden“, sagte er dem Blatt.

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