Immer neue Schreckensmeldungen: Aldi Süd zieht Ravioli und Gulasch aus dem Verkehr, Lidl Tortelloni Rindfleisch.
Hat der Handel beim Skandal um Pferdefleisch zu lange gezögert? Das Verbraucherschutzministerium in Düsseldorf glaubt: Ja!
Als Folge könnten Kunden gepanschte Produkte bereits verzehrt haben. Und das womöglich mit hohem Risiko.
„Ich kann an der Front der möglichen Gesundheitsgefährdung noch keine Entwarnung geben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir bei der Suche nach Schadstoffen noch fündig werden“, sagte NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne).
Der Bundesverband des Lebensmittelhandels wies die Vorwürfe zurück. Man habe „Produkte vorsorglich aus dem Verkauf genommen“ und sei seiner „Sorgfaltspflicht umgehend und über die gesetzlichen Vorgaben hinaus nachgekommen“, so Präsident Friedhelm Dornseifer.
Die Organisation „Foodwatch“ will die Supermarktketten stärker in die Verantwortung nehmen: „Man muss die Konzerne zur systematischen Untersuchung ihrer Produkte verpflichten und bei Verstößen strafrechtlich belangen“, sagt Experte Andreas Winkler zum EXPRESS.
So erreiche man eine klare Verantwortlichkeit. „Aber bisher sind die Strafen bei Betrug zu gering. Die Höhe einer Strafe muss sich am Umsatz eines Unternehmens orientieren, kann also durchaus in Millionenhöhe liegen“, so Winkler.
Denn wenn ein Unternehmen beispielsweise 500.000 Euro am Verkauf von Pferdefleisch verdiene, aber nur 150.000 Euro Strafe zahle, sei dies noch immer ein „gutes Geschäft“ für die betrügerische Firma.
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