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Nach Freispruch: Muss der Todesschütze von Trayvon Martin doch noch in den Knast?

Trayvon Martin (l.) war von George Zimmermann (r.) erschossen worden.
Trayvon Martin (l.) war von George Zimmermann (r.) erschossen worden.
 Foto: AP/dpa
Washington –  

Das Schlimmste, das war für die schwarze US-Bürgerrechtlerin Nailah Porter, dass alle vorher wussten, wie es ausgeht: „Wir hatten gar keine Gerechtigkeit erwartet.“

Nach dem Freispruch für den Hilfssheriff George Zimmerman steht Amerika unter Schock: Schlampige Ermittler, schlappe Experten und eine fast rein weiße Jury haben für das Skandalurteil gesorgt. Nun prüft das Justizministerium, ob Zimmerman ein neuer Prozess gemacht werden kann.

Weitgehend friedlich gingen schockierte Bürger im ganzen Land auf die Straße: In Erinnerung an den Jugendlichen Trayvon Martin, der mit Süßigkeiten in der Hand auf dem Rückweg vom Kiosk erschossen wurde – vom Nachbarschaftswächter George Zimmerman, der den Jungen für einen Verbrecher hielt, verfolgte, schließlich stellte und – nach eigenem Angaben – erschoss, als er angegriffen wurde.

Daryl Parks, der Anwalt der Familie des Opfers, erklärte: „Keine anständig denkende Person würde jemals glauben, dass eine bewaffnete Person das Recht haben soll, ein unbewaffnetes Kind zu erschießen.“

Genau hier setzt die juristische Aufarbeitung des Skandal-Urteils von Florida an: Zwar kann man Zimmerman nicht erneut wegen des Todes des Jugendlichen anklagen, aber um wenigstens ein bisschen für Gerechtigkeit zu sorgen, wäre ein Verfahren vor einem Bundesgericht denkbar.

Der patrouillierende Revolverheld hatte den Polizei-Notruf über Martin informiert. „Scheiß-Punk“ hatte er den noch ahnungslosen Jugendlichen da genannt und geschimpft: „Diese Arschlöcher kommen immer damit durch.“ Klarer Fall von Verletzung der Bürgerrechte: „Erfahrene Strafverfolger werden für uns überprüfen, ob sich dies in einem Zivilverfahren ahnden lässt“, so ein Sprecher des Justizministeriums.

Doch die US-Juristen haben noch eine Baustelle: Zimmerman hatte sich auf das „Stand Your Ground“-Gesetz berufen: Es erlaubt Bürgern, zur Waffe zu greifen, wenn sie auch nur andeutungsweise das Gefühl haben, bedroht zu werden – eine Steilvorlage für schießwütige Rassisten.

„Schieß-zuerst-Gesetze wie in Florida können zu gefährlicher Selbstjustiz führen“, so New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, ein erklärter Gegner der Waffenfreaks.

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