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Merkels kuriose Neujahrsansprache: Kanzlerin startet mit „Dinner for One“ und Bundesliga

Kanzlerin Merkel bei der Neujahrsansprache (30. Dezember 2012)
Kanzlerin Merkel bei der Neujahrsansprache (30. Dezember 2012)
 Foto: Getty
Berlin –  

Sie trägt einen Silber-Blazer und sie beginnt mit dem Satz: „2013 wird ein Jahr vieler 50. Jahrestage. Vor 50 Jahren wurde der Silvester-Klassiker „Dinner for One“ in Hamburg aufgezeichnet. Es fand der 1. Spieltag der Fußball-Bundesliga statt.“

Klingt schwungvoll, doch dann wird's ernst...

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert weitere Anstrengungen zur Überwindung der internationalen Schuldenkrise. Diese sei noch längst nicht überwunden, sagte die Kanzlerin in ihrer Neujahrsansprache.

Zwar begännen die beschlossenen Reformen zu wirken, international müsse aber noch mehr getan werden, um die Finanzmärkte besser zu überwachen. „Die Welt hat die Lektion der verheerenden Finanzkrise von 2008 noch nicht ausreichend gelernt“, sagte sie.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte sich nach Weihnachten noch deutlich optimistischer geäußert, als er sagte, er glaube, „wir haben das Schlimmste hinter uns“.

In ihrer Ansprache gab Merkel hingegen zu bedenken, dass das wirtschaftliche Umfeld im neuen Jahr nicht einfacher, sondern schwieriger werde. Dennoch appellierte sie: „Das sollte uns jedoch nicht mutlos werden lassen, sondern - im Gegenteil - Ansporn sein.“

Eine wichtige Rolle zur Sicherung von Arbeitsplätzen wies Merkel der Forschung zu. „Wenn wir etwas können, was andere nicht können, dann erhalten und schaffen wir Wohlstand“, sagte die CDU-Politikerin. „Deshalb investieren wir so viel wie nie zuvor in Bildung und Forschung. Deshalb bauen wir Deutschland zu einem der modernsten Energiestandorte der Welt um. Deshalb bereiten wir unser Land auf den demografischen Wandel vor, und deshalb bringen wir die Staatsfinanzen in Ordnung.“

Auch 2013 werde die Bundesregierung von diesen Zielen geleitet.

Zudem betonte Merkel die Verantwortung jedes einzelnen. „Am Anfang sind es oft nur wenige, die voraus gehen, einen Stein ins Rollen bringen und Veränderung möglich machen“, sagte Merkel.

Durch Menschen, die die Initiative ergriffen hätten, sei es möglich geworden, dass Deutschland 2012 „die niedrigste Arbeitslosigkeit und die höchste Beschäftigung seit der Wiedervereinigung“ gehabt habe.

Auch im kommenden Jahr müssten die Deutschen ihre größten Stärken unter Beweis stellen. „Dann bleibt Deutschland auch in Zukunft menschlich und erfolgreich“, sagte Merkel.

Einen besonderen Dank richtete die Kanzlerin an Soldaten, Polizisten und zivile Helfer im Ausland.

Merkels Neujahrsansprache im Wortlaut

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

2013 wird ein Jahr vieler 50. Jahrestage. Vor 50 Jahren wurde der Silvester-Klassiker „Dinner for One“ in Hamburg aufgezeichnet. Es fand der 1. Spieltag der Fußball-Bundesliga statt. Der deutsche Erfinder und Fernsehpionier Walter Bruch stellte sein Farbfernsehverfahren PAL vor.

Vor 50 Jahren war es auch, als der amerikanische Präsident John F. Kennedy im durch die Mauer geteilten Berlin seine legendären Worte sagte: „Ich bin ein Berliner.“ Im selben Jahr unterschrieben Frankreich und Deutschland, Charles de Gaulle und Konrad Adenauer, den Élysée-Vertrag. (...)

Am Anfang sind es oft nur wenige, die voraus gehen, einen Stein ins Rollen bringen und Veränderung möglich machen. (...) Auch heute gibt es in unserem Land viele Mutige und Hilfsbereite. (...)

Es sind Freunde und Nachbarn, die Initiative ergreifen oder einen Missstand beheben. Es sind die Familien, die sich Tag für Tag liebevoll um ihre Kinder und um ihre Angehörigen kümmern. Es sind Gewerkschafter und Unternehmer, die gemeinsam für die Sicherheit der Arbeitsplätze arbeiten.

Sie und viele mehr machen unsere Gesellschaft menschlich und erfolgreich. So wurde es möglich, dass wir in diesem Jahr die niedrigste Arbeitslosigkeit und die höchste Beschäftigung seit der Wiedervereinigung hatten. Das bedeutet für viele hunderttausend Familien, eine sichere Zukunft zu haben und Anerkennung zu erfahren. Und das bedeutet für unsere jungen Menschen die Sicherheit, eine Ausbildung, einen Arbeitsplatz und damit einen guten Start ins Leben zu haben.

Dennoch weiß ich, dass viele natürlich auch mit Sorgen in das neue Jahr gehen. Und tatsächlich wird das wirtschaftliche Umfeld nächstes Jahr nicht einfacher, sondern schwieriger. Das sollte uns jedoch nicht mutlos werden lassen, sondern - im Gegenteil - Ansporn sein. (...)

Wir brauchen für unseren Wohlstand und unseren Zusammenhalt die richtige Balance. Wir brauchen die Bereitschaft zur Leistung und soziale Sicherheit für alle.

Wie wichtig diese Balance ist, das zeigt uns auch die europäische Staatsschuldenkrise. Die Reformen, die wir beschlossen haben, beginnen zu wirken. Dennoch brauchen wir weiterhin viel Geduld. Die Krise ist noch längst nicht überwunden. Und auch international muss noch mehr getan werden, um die Finanzmärkte besser zu überwachen.

Die Welt hat die Lektion der verheerenden Finanzkrise von 2008 noch nicht ausreichend gelernt. Doch nie wieder darf sich eine solche Verantwortungslosigkeit wie damals durchsetzen. In der sozialen Marktwirtschaft ist der Staat der Hüter der Ordnung, darauf müssen die Menschen vertrauen können.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

denken wir gerade in dieser Stunde auch an die, die für unsere Sicherheit sorgen, hierzulande und fern der Heimat. Es sind unsere Soldatinnen und Soldaten, Polizistinnen und Polizisten und zivilen Helfer, die unter großen persönlichen Opfern ihren Dienst für uns tun. (...)

Ihnen möchte ich heute Abend besonders danken.

Lassen Sie uns gemeinsam auch das neue Jahr zu einem Jahr machen, in dem wir einmal mehr unsere größten Stärken unter Beweis stellen: unseren Zusammenhalt, unsere Fähigkeit zu immer neuen Ideen, die uns wirtschaftliche Kraft gibt. Dann bleibt Deutschland auch in Zukunft menschlich und erfolgreich.“

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