Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Politik & Wirtschaft
Neuigkeiten aus der Welt der Politik und Wirtschaft

Empfehlen | Drucken | Kontakt

Kritik an ARD-Doku: Amazon-Mitarbeiter: „Fast alles falsch dargestellt“

Das Logistikcenter von Amazon in Bad Hersfeld. Wie schlecht behandelt das Unternehmen seine Mitarbeiter?
Das Logistikcenter von Amazon in Bad Hersfeld. Wie schlecht behandelt das Unternehmen seine Mitarbeiter?
 Foto: dpa
Bad Hersfeld –  

Alle gegen Amazon: Seit der ARD-Doku über die Arbeitszustände und schlechte Behandlung von Leiharbeitern steht der Internet-Versandhändler im Dauerfeuer der Kritik. Doch jetzt melden sich (ehemalige) Amazon-Mitarbeiter zu Wort: Die Zustände seien gar nicht so schlimm – viele Szenen sollen in der Reportage falsch dargestellt worden sein.

Silvana Cerrada war eine Hauptfigur in der „Ausgeliefert!“-Doku: Die damalige Leiharbeiterin sprach unter ihrem echten Namen über miese Verträge, bedrohliche Sicherheitskräfte und die Unterbringung in einem Ferienpark. Doch hier sei einiges verzerrt worden, wirft Silvana Cerrada den Reportern jetzt vor.

Reporter wollten nur Negatives sehen

„Vieles ist zwar wahr, aber vieles ist auch sehr verdreht dargestellt“, sagte die Spanierin dem „Kreisanzeiger Bad Hersfeld“. Einige Aussagen seien aus dem Zusammenhang gerissen und somit verfälscht gesendet worden: „Oft war das dann das Gegenteil von dem, was ich gesagt habe.“ Das gelte vor allem für die Darstellung der Unterbringung, hier hätten die Reporter nur das Negative sehen wollen, glaubt Cerrada.

Sie wurde in dem Bericht beim Schlafen auf der Couch gezeigt – angeblich konnte sie nicht in ihrem Bett liegen. „In Wahrheit habe ich dort meine Siesta gemacht. Das Wohnzimmer hat ein großes Fenster mit Blick auf den Wald, man hört die Vögel, das fand ich sehr schön.“

„Nein, es gefällt mir hier“

Silva Cerrada stellt klar, dass sie sich im Ferienpark wohl gefühlt habe – aber das wollten die Fernseh-Macher ihrer Meinung nach nicht hören: „Ich habe immer geantwortet: Nein, das ist kein Problem, es gefällt mir gut hier. Aber das wurde im Fernsehen nicht gezeigt.“

Sie seien weder eingesperrt noch im Keller „abgefüttert“ worden, hätten sich wie ganz normale Gäste verhalten können. Cerrada schwärmt fast von der Unterbringung, dem Schwimmbad, Kicker-Tischen und Fahrrädern für Ausflüge. Möglicher Hintergrund: Die Spanierin arbeitet mittlerweile im Seepark-Hotel, fing dort an, nachdem sie bei Amazon ihren Job verloren hatte.

Festessen mit Klößen und Gänsekeule

Doch nicht nur sie nimmt Amazon öffentlich in Schutz: Auch zwei Festangestellte des Internet-Versandhändlers kritisieren die ARD-Doku: „Da wurde doch fast alles falsch dargestellt, man zeigte nur das Negative“, sagt Maik Dippel gegenüber der Zeitung „HNA“. Er arbeitet seit zehn Jahren bei Amazon, spricht von einem „sozialen Arbeitgeber“. Auch seine Freundin nimmt das Unternehmen in Schutz, arbeitet ebenfalls „gerne“ dort.

Zwar gebe es unter den Leiharbeitern schwarze Schafe, sie würden jedoch alle gut behandelt. Dippel erzählt von kostenlosen Getränken bei der Arbeit, gelegentlichen Festessen mit Gänsekeule und Klößen, einer jährlichen Auto-Verlosung unter den Arbeitern.

Die Autoren des Films bleiben aber bei ihrer Darstellung: Sie könnten die Aufregung um „Ausgeliefert!“ zwar verstehen, widersprechen aber Vorwürfen, dass sie Dinge verfälscht hätten. Peter Onneken und Diana Löbl sagten gegenüber „HNA“, die beanstandete Sofa-Szene sei zwar verkürzt gewesen – aber nicht falsch dargestellt.

Auch interessant
Weitere Meldungen aus dem Bereich Politik & Wirtschaft
Nicht nur Kontakte in Unternehmen spielen bei der Jobsuche eine wichtige Rolle – auch ein bestimmtes Aussehen erhöht die Karrierechancen, zeigen Studien.
Größe, Figur, Stimme
Wer so aussieht, hat die besten Jobchancen

Nicht nur persönliche Kontakte bringen uns beruflich voran – auch die Optik spielt eine wichtige Rolle. Wie müsste der perfekte Bewerber aussehen? Studien verraten es.

Auf überfüllten Booten wie diesen versuchen Menschen über das Mittelmeer zu flüchten.
Tragödie vor der lybischen Küste
Über 100 Tote nach Kentern von zwei Flüchtlingsbooten befürchtet

Nach dem Kentern von zwei Flüchtlingsbooten vor der libyschen Küste werden Hunderte Tote befürchtet.

In diesem ausgedienten Kühllaster wurden die Überreste der gefunden.
Flüchtlingsdrama
Österreichische Ermittler finden 71 Leichen in Todes-Laster

Bislang war man von „20 bis 50“ Opfern ausgegangen. Bei den Toten handelt es sich laut Bericht um Männer und Frauen, Kinder wurden nicht gefunden.

Politik & Wirtschaft

Brutto-Netto Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.

Anzeige

Aktuelle Videos
FACEBOOK
EXPRESS.DE on Facebook

Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen
Zur mobilen Ansicht wechseln