Empfehlen | Drucken | Kontakt27.03.2009 - 00:00 Uhr

Honorarstreit eskaliert: Ärzte hetzen gegen SPD

Im Visier wütender Ärzte: SPD-Politiker Karl Lauterbach, abgebildet auf dem Hetz-Plakat.
Im Visier wütender Ärzte: SPD-Politiker Karl Lauterbach, abgebildet auf dem Hetz-Plakat.

Berlin - Hetz-Plakate gegen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und Karl Lauterbach (beide SPD), ein Aufruf zum Wahlboykott der Genossen-Partei!

Der Honorarstreit der Ärzte mit der Regierung eskaliert! Jüngste Attacke: Das Mediziner-Netzwerk „Hippokranet“ ruft Ärzte auf, bei Patienten Stimmung gegen die SPD zu machen - u. a. mit Plakaten, im Netz runterladbar. Ihre Drohung: „Wir drücken die SPD auf 15 Prozent.“

Dr. Thomas Fix, Sprecher der „Aktion 15“: „Wir geben ausdrücklich keine Wahlempfehlung für eine bestimmte Partei ab, sondern einzig gegen die SPD, die seit mehr als acht Jahren die Gesundheitsministerin stellt und außerdem in Karl Lauterbach einen stets medienpräsenten Gesundheitspolitiker hat, der als Aufsichtsrat eines Klinikkonzerns von vielen als Architekt des Umbaus des Gesundheitssystems zugunsten der Konzerne angesehen wird.“

Gesundheitspolitiker Lauterbach zum EXPRESS: „Die Minis terin und ich werden rechtliche Schritte gegen die Kampagne einleiten.“

Obwohl er glaube, dass die Boykott-Aktion im Sande verläuft. Die Kritik nahm er gelassen: „Die Ärzte in meinem Wahlkreis werden die Plakate bestimmt nicht aufhängen. Meine Vorschläge, wie die Kassenärztliche Vereinigung abzuschaffen, sind weitgehend bekannt und werden von 70 Prozent der Ärzte befürwortet.

Ich bin in der Tat auch für eine finanzielle Besserstellung beispielsweise der Haus- und Kinderärzte. Jenen Medizinern, die nah am Menschen sind. Aber ich stehe dazu, dass ich High-Tech-Mediziner - wie Laborärzte - teilweise für überbezahlt halte.“

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