Sie haben es geheim gehalten: Nur die engsten Familienangehörigen und Freunde waren zum Standesamt an der Poppelsdorfer Allee in Bonn gekommen.
Ein eher trister Bau, ein modernes aber schlichtes Trauzimmer. Aber schon der Standesbeamte war ungewöhnlich: Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch gab sich persönlich die Ehre. Denn die beiden Herren, die sich da von ihm trauen ließen, waren ein leibhaftiger Bundesaußenminister und ein prominenter Manager und Firmen-Chef. Guido Westerwelle (48) und Michael Mronz (43) haben Freitag um 18 Uhr in Bonn geheiratet.
Vor einigen Wochen hatte der Außenminister den Bonner Oberbürgermeister gebeten, die Trauung persönlich vorzunehmen. Jürgen Nimptsch: „Ich musste dann noch schnell Standesbeamter werden. Ein kleiner Verwaltungsakt. Aber das habe ich sehr gerne gemacht.“ Westerwelle und Mronz trugen beide dunkle Anzüge. Nach der Trauung feierte das Paar mit den Hochzeitsgästen in Bonn.
Westerwelle war am Morgen noch in Berlin, versuchte die Wogen in der Debatte um Sarkozy zu glätten, dabei fiel er durch seine extrem gute Laune auf. Am Mittag flog er dann nach Bonn.
Selbst enge Mitarbeiter wurden erst wenige Stunden zuvor informiert. Eine echt heimliche Hochzeit. Dabei natürlich unter anderem der zwei Jahre jüngere Bruder Kai. Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeweiht war, gilt als sicher. Mit ihr scherzte er Freitagmorgen ausgiebig am Rande der Haushaltsdebatte. Der Termin wurde gewählt ,weil Westerwelle Samstag keine Termine hat.
Flitterwochen sind erst mal nicht geplant: Schon am Sonntag wird Westerwelle bei der FDP-Regionalkonferenz in Ulm sein, am Nachmittag geht es weiter zu einer Parteiveranstaltung in Sachsen.
Nächste Woche Dienstag reist Westerwelle zur UN-Vollversammlung nach New York (er löst dort die Kanzlerin ab, die beim UN-Millenniumsgipfel ist).
Seit der Südamerika-Reise im März hat Mronz (nach heftiger Kritik) darauf verzichtet, seinen jetzigen Mann auf Auslandsreisen zu begleiten.
Privat waren beide in diesem Sommer auf Mallorca im Urlaub sowie auf Sylt.
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