Empfehlen | Drucken | Kontakt02.02.2012 - 11:23 Uhr

Facebook-Börsengang: So reich kann Mark Zuckerberg jetzt werden

Der Börsengang von Facebook nimmt langsam Fahrt auf.
Der Börsengang von Facebook nimmt langsam Fahrt auf.
Foto: dpa
New York –  

Das lang erwartete Status-Update ist erfolgt: Facebook macht Ernst mit dem Börsengang.

Entsprechende Papiere wurden am Mittwochabend nach Handelsschluss an der Wall Street bei der US-Aufsichtsbehörde SEC eingereicht.

Gründer Mark Zuckerberg könnte damit auf einen Schlag zu einem der reichsten Menschen der Erde werden. Er besitzt gut 28 Prozent der Facebook-Aktien. Bei einem möglichen Börsenwert von 100 Milliarden Dollar würde ihn das zum 28-fachen Milliardär machen, schreibt Spiegel Online.

Weiter hieß es, Zuckerbergs Stimmrechtsanteil betrage derzeit 56,9 Prozent, da seine Aktien zehn Stimmen enthalten.

Sollte das soziale Online-Netzwerk auf Anhieb auch unter Aktienhändlern genügend „Freunde“ finden, steht der endgültige Schritt aufs Börsenparkett wohl in drei bis vier Monaten bevor.

Bei der Emission der Aktien wolle Facebook fünf Milliarden Dollar (3,94 Milliarden Euro) erlösen, hieß es in den der Börsenaufsicht vorgelegten Unterlagen. In den kommenden Monaten wird die Finanzabteilung des Unternehmens die Nachfrage der Investoren abschätzen.

Facebooks Aufstieg vom Studiheim zum Milliarden-Konzern

In rund acht Jahren hat Facebook es von einem Studenten-Projekt zum Milliarden-Unternehmen geschafft und wird als baldiger Börsenstar gehandelt. Die Meilensteine auf diesem Weg.

Februar 2004

Mark Zuckerberg und seine Mitgründer starten Facebook in ihrem Studentenwohnheim an der Elite-Uni Harvard. Es ist eine Art digitales Jahrgangs-Buch für Studenten. Zuckerbergs Kommilitonen Tyler und Cameron Winklevoss klagen später mit dem Vorwurf, er habe ihnen die Idee für Facebook gestohlen.

März 2004

Der Dienst wird von Harvard auf die Universitäten Stanford, Columbia und Yale ausgeweitet.

September 2004

Das spätere Grundelement von Facebook - die Pinnwand - kommt dazu.

Dezember 2004

Facebook hat rund eine Million Nutzer.

Mai 2005

Der Investor Accel Partners steckt 12,7 Millionen Dollar in die Firma. Facebook wird dabei mit 100 Millionen Dollar bewertet.

Dezember 2005

Facebook hat mehr als 5,5 Millionen Nutzer.

September 2006

Nach dem Fokus auf Unis und Schulen öffnet Facebook die Türen für alle.

Dezember 2006

Facebook hat mehr als 12 Millionen Nutzer.

Oktober 2007

Facebook hat mehr als 50 Millionen Nutzer. Microsoft zahlt 240 Millionen Dollar für einen Anteil von 1,6 Prozent – die Bewertung erreicht damit 15 Milliarden Dollar.

November 2007

Facebook sorgt für einen Aufschrei bei den Nutzern mit dem Dienst `Beacon", der Einkäufe automatisch den Freunden anzeigt. Facebook Ads bringen mit einem  S Selbstbedienungssystem Werbung ins Netzwerk.

Februar 2008

Facebook einigt sich mit den Winklevoss-Zwillingen auf einen Vergleich, der inzwischen mehr als 100 Millionen Dollar wert ist. Sie wollen später erfolglos mehr.

März 2008

Die deutsche Facebook-Version startet.

August 2008

Facebook hat 100 Millionen Nutzer.

Dezember 2008

Facebook Connect verknüpft den Dienst mit vielen Webseiten im Netz.

Februar 2009

Facebook führt den „Gefällt mir“-Button ein. Inzwischen gibt es jeden Tag 2,7 Milliarden „Likes“ und Kommentare.

April 2009

Facebook hat mehr als 200 Millionen Nutzer.

Mai 2009

Der russische Investor DST steckt 200 Millionen Dollar in Facebook - bei einer Firmenbewertung von 10 Milliarden Dollar.

Dezember 2009

Facebook hat mehr als 350 Millionen Nutzer.

Juli 2010

Facebook hat mehr als 500 Millionen Nutzer.

Januar 2011

Goldman Sachs und DST bekommen für 500 Millionen Dollar ein Prozent an Facebook.

Juli 2011

Facebook hat mehr als 750 Millionen Nutzer.

September 2011

Der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert will den „Gefällt-mir“-Button und Fanseiten von Unternehmen stoppen - trifft jedoch auf wenig Resonanz.

Die endgültige Summe dürfte in diesem Zeitraum noch weiter ansteigen. Acht Jahre nach der Gründung an der Universität von Harvard wird das Online-Netzwerk damit voraussichtlich zu den wertvollsten Unternehmen der Welt gehören.

Facebook verbindet heute gut 800 Millionen Nutzer, von denen nur ein Viertel im Heimatmarkt sitzen.

„Bei sozialen Netzwerken ist Facebook der Platzhirsch schlechthin. Es ist die Firma, an der sich alle messen“, sagte kurz vor der offiziellen Bekanntgabe des Börsengangs der Analyst Michael Gartenberg von der Beratungsfirma Gartner.

Auch wenn das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Silicon Valley inzwischen auf die Marke von einer Milliarde Nutzer zusteuere, sehe er für den Konzern noch immer „riesige Wachstumsmöglichkeiten“. Facebook arbeite zudem daran, sich neben der Werbung neue Erlösquellen zu erschließen, etwa im Mobilgeschäft und mit Online-Spielen, Musik und Filmen.

Das müssen Sie zur neuen Facebook-Chronik wissen
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Mitarbeiter profitieren durch Aktion-Optionen

Nicht nur der 27-jährige Zuckerberg dürfte mit dem Börsengang über Nacht steinreich werden. Auch viele Mitarbeiter werden wohl durch Aktien-Optionen finanziell erheblich profitieren. Erste Kritiker fürchten, damit könnte sich Facebook von einem sehr agilen Start-up zu einem schwerfälligen Konzern wandeln.

Gartenberg glaubt jedoch nicht daran: „Die Wendigkeit, die sie jetzt unter Beweis stellen, werden sie auch weiterhin an den Tag legen.“

Beobachter erwarten, dass Facebook mit einem Gang an die Börse fünf bis zehn Milliarden US-Dollar einsammeln könnte. Zum Vergleich: Als Google 2004 den Weg an die Börse schritt, nahm der Konzern dabei 1,7 Milliarden US-Dollar ein.

Hoffnung auf mehr Datenschutz

Von einem Börsengang könnten auch Nutzer und Datenschützer profitieren. Nach Angaben des Vermögensverwalters Maik Haufe von der Quirin Bank ist das Unternehmen „in der Vergangenheit natürlich bei weitem nicht so transparent gewesen, wie es in der Zukunft sein wird“.

Profilbild-Typen der Generation Facebook
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Mit einer Notierung in den USA kämen auf Facebook viele Veröffentlichungs-Pflichten zu. Nicht zuletzt könne Facebook aber auch ein Ziel von Spekulanten werden. Das Unternehmen sei überdies wegen seiner gigantischen Nutzerzahl mit keinem anderen vergleichbar. Haufe sprach von einem „Hype“, wollte aber keine Parallele zur geplatzten Blase am Neuen Markt ziehen.

Unterdessen kam aus Deutschland, wo allein 20 Millionen Nutzer leben, auch neue Kritik am Geschäftsmodell der Firma. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, warnte am Dienstagabend im Fernsehsender Phoenix: „Man soll von der Wiege bis zur Bahre und darüber hinaus im Netz präsent sein.“ So könne die „kulturelle Errungenschaft des Vergebens und Vergessens“ verschwinden.

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