Die goldenen Zeiten für Dubai sind vorbei: Die Erbauer der künstlichen Palmeninsel haben mit ihrer Geldnot die internationalen Finanzmärkte geschockt.
Das arabische Emirat bat die Gläubiger der Holding-Gesellschaft Dubai World und ihrer Tochterfirma Nakheel um Zahlungsaufschub. Die Scheichs haben sich übernommen, die Finanzkrise trifft sie schwer.
Insgesamt soll Dubai World finanzielle Verpflichtungen von rund 60 Milliarden Dollar angesammelt haben. „Dubai hat den Anlegern schlagartig bewusst gemacht, dass noch nicht alles vorbei ist“, sagte Matthias Jasper, Chefhändler der WGZ-Bank, zu den Folgen der Finanzkrise.
Dennoch droht nach Experten-Meinung in Sachen Dubai keine Gefahr eines neuen globalen Abrutschens. Das zeigen auch die eher gelassenen Reaktionen der Finanzmärkte. So haben die Leitindizes der einzigen Donnerstag in der Region geöffneten Aktienmärkte, nämlich der Börsen in Bahrain und in Oman, gerade 0,3Prozent bzw. 0,5 Prozent abgegeben - eine umfassende Finanzkrise sieht anders aus.
Auch am Devisenmarkt war von Weltuntergangsstimmung wenig zu spüren. Der Dollar, der in der Finanzkrise stets als sicherer Hafen angesehen wurde, befindet sich gegenüber Yen und Euroaktuell auf einem sehr niedrigen Niveau. Etwas anders sieht es zugegebenermaßen an den Aktienmärkten aus. Der DAX büßte 3,3 Prozent ein, wobei dies aber vor dem Hintergrund zu sehen ist, dass die Luft nach der rasanten Rally dünn geworden ist. Und für die deutlichen Verluste in China gibt es Gründe, die im Reich der Mitte selbstliegen.
Auch von der Gefahr eines Staatsbankrotts kann nach Einschätzung der meisten Analysten keine Rede sein. Dies spiegelt sich letztlich auch darin wieder, dass die genannten Credit-Spreads auf Dubai-Anleihen aktuell nur halb so weit sind wie noch Anfang Februar. Dubai mag in eine Krise geraten sein, das Emirat wird die Finanzwelt aber nicht zurück in den Abgrund stoßen."
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