Deutschland im Visier des Verbrechens: Nach dem versuchten Bombenattentat vom Bonner Hauptbahnhof wollen laut einer infratest-dimap-Umfrage für das ARD-„Morgenmagazin“ 81 Prozent der Bundesbürger eine stärkere Videoüberwachung an Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen – und liegen damit auf einer Linie mit Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU).
Doch was brächte das zur Verbrechensbekämpfung?
Wie erfolgreich ist Videoüberwachung?
Mit besserer und verstärkter Videoüberwachung ließen sich „Gewalttäter abschrecken und geplante Anschläge aufklären“, argumentiert Friedrich. Prof. Christian Pfeiffer, Experte für Kriminalprävention von der Uni Hannover: „Das Beispiel England, das am besten mit Kameras überwachte Land der Erde, zeigt: Viele Delikte verlagern sich einfach in Bereiche, die nicht videoüberwacht werden.“
So kann Scotland Yard z.B. nur drei Prozent der Diebe überführen. Das liegt auch daran, dass britische Polizisten in einer wahren „Bilderflut“ untergehen. Entschlossene islamistische Attentäter wie jetzt in Bonn oder angetrunkene Schläger, die im Affekt handeln, lassen sich von Kameras auch nicht abschrecken.
Wo sind Kameras sinnvoll?
Pfeiffer: „Ich bin ein Befürworter von Videoüberwachung an sensiblen Plätzen wie Bahnhöfen, Vergnügungs-meilen, Synagogen oder Moscheen. Auch weil Kameras zur Aufklärung von Taten beitragen können. Eine Überwachung im Schwimmbad oder in Parks – da wäre für mich eine Grenze überschritten.“
Ist die Gesetzeslage ausreichend?
Pfeiffer: „Absolut! Dass es im Fall des Bonner Attentatsversuchs nur wenige Bilder gibt, liegt nicht an Gesetzeslücken – sondern an Rangeleien um Geld und Zuständigkeiten zwischen Bahn und Bundespolizei.“
Was würde ein Ausbau der Videoüberwachung kosten?
Eine Ausstattung aller Bahnhöfe mit Überwachungskameras würde nach internen Berechnungen der Bundespolizei mehrere Milliarden Euro kosten. Allein das Anbringen von Kameras an den 325 am meisten genutzten Bahnhöfen würde 241 Millionen Euro verschlingen. Richtig teuer würde die Aktion aber durch das zusätzliche Personal.
Gibt es alternative Konzepte zur Videoüberwachung?
Pfeiffer: „Die heutigen Konzepte sind eigentlich gut, müssen konsequent umgesetzt werden. Deutschland ist im Prinzip ein sehr sicheres Land.“
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„Vor allem die Kinder haben das 360-Grad-Bild auf sich einwirken lassen, Michelle stellte viele Fragen über Herstellung und Machart. Es war eine sehr emotionale Atmosphäre“, so Asisi.
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