Was steckt wirklich hinter dem Rücktritt des Papstes? Benedikt XVI. (85) räumt Ende des Monats den Heiligen Stuhl – aus gesundheitlichen Gründen und wegen seines hohen Alters, so die Begründung.
Jetzt bringt eine römische Zeitung aber ganz andere Motive ins Spiel: Laut einem Bericht von „La Repubblica“ ging es bei der päpstlichen Rücktritts-Entscheidung um gestohlene Dokumente, Sex und Korruption im Vatikan.
Das Blatt nannte bei dieser Enthüllung am Donnerstag allerdings keine Quellen. Dem Bericht zufolge soll sich Folgendes abgespielt haben: Am 17. Dezember sollen Papst Benedikt drei Kardinäle einen Geheimbericht zur „Vatikleaks“-Affäre überreicht haben. In dem 300 Seiten starken Schreiben soll es auch um homosexuelle Beziehungen und Erpressbarkeit gegangen sein. An diesem Tag habe Benedikt die Rücktrittsentscheidung gefällt, heißt es weiter.
Die Kardinäle sollen ein verborgenes Schwulen-Netzwerk ausgemacht haben, das in Rom und im Vatikan Sex-Treffen organisiert habe. Kurienmitglieder in dem Netzwerk seien durch ihre sexuelle Orientierung erpressbar gewesen.
Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sagte dazu, man werde jetzt nicht „hinter all diesen Rückschlüssen, Fantasien und Meinungen herlaufen, die es zu dieser Sache gibt“. Kommentare, Bestätigungen oder Dementis zu einzelnen Punkten seien nicht zu erwarten. Schon kleine Unkorrektheiten in dem Bericht machten deutlich, „dass derjenige, der diese Sachen geschrieben hat, bei vatikanischen Themen keinen Sachverstand hat“. Was in dem Bericht ausgeführt worden sei, liege also in der Verantwortung des Autors.
Papst Benedikt hatte am 11. Februar erklärt, dass er sich von seinem Amt zurückzieht. Der 85-Jährige hatte seine angeschlagene Gesundheit als Grund genannt: „Um das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes notwendig.“
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