Schon wieder ein Politiker, der sich nicht mehr "Doktor" nennen darf: Der FDP-Bundestagsabgeordnete Bijan Djir-Sarai muss seinen Titel abgeben. Wie die Wirtschaft- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Köln am Montag mitteilte, hat sie Djir-Sarai den Titel aberkannt - weil der Politiker nicht richtig zitiert hat!
Und das in erheblichem Umfang: An zahlreichen Stellen habe Djir-Sarai Textpassagen aus Werken fremder Autoren sinngemäß übernommen, ohne diese korrekt zu kennzeichnen oder offenzulegen, erklärte die Pressestelle der Uni Köln.
Der 35-jährige Bundestagsabgeordnete zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung. Er habe die Prüfung seiner Arbeit durch die Universität immer umfassend unterstützt, sagte Djir-Sarai am Montagabend.
"Bereits zu Beginn des Verfahrens hatte ich allerdings den festen Entschluss gefasst, das Ergebnis - egal wie es ausfallen würde - nicht im Nachhinein gerichtlich anzufechten", erklärte der Parlamentarier.
Bijan Djir-Sarais Doktorarbeit mit dem Titel "Ökologische Modernisierung der PVC-Branche in Deutschland" war seit Mai 2011 im Visier der Plagiatsjäger der Plattform "Vroniplag". Ursprünglich wollte die Universität Köln bereits im vergangenen Jahr entscheiden. Die Prüfung zog sich aber in die Länge.
Der Grevenbroicher Abgeordnete ist nicht der erste FDP-Politiker, der seinen Doktortitel verliert: Den beiden FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzimarkakis wurde er bereits im vergangenen Jahr aberkannt. Im Fall der FDP-Beraterin Margarita Mathiopoulos will die Universität Bonn am 18. April entscheiden.
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