Berlin - Bundespräsident Horst Köhler ist mit der Finanz-und Bankenbranche hart ins Gericht gegangen.
"Mehr Selbstkritik wäregut, Menschen, die sagen: Ja, hier haben wir einiges falsch gemacht,und dafür stehen wir jetzt gerade", sagte Köhler dem "Spiegel".
DieWirtschaftseliten müssten wieder lernen, "was Maß und Mitte ist, wasBodenhaftung bedeutet". Da sei "eine Menge Unaufmerksamkeit,Selbstzufriedenheit, Zynismus" im Spiel gewesen.
Besonders in der angelsächsisch geprägten Finanzbranche habe mangeglaubt, "aus Nichts Gold machen zu können, und das dauerhaft". Essei nur noch um die Maximierung der Rendite gegangen. Köhlerplädierte für eine Konferenz mit dem Ziel, einen `internationalenOrdnungsrahmen für die globale Ökonomie" zu schaffen. Er hoffe, dieKrise werde jetzt `einer neuen Kultur der Gemeinsamkeit imWettbewerb" zum Durchbruch verhelfen.
Der Bundespräsident betonte, die heutige Situation sei anders alsdie Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre. `Ich halte die Krisefür beherrschbar. Wir haben es in der Hand." Köhler sagte zudem, ersorge sich um die Reformbereitschaft im Lande. `Wir müssen uns weiterals Gemeinschaft begreifen. Und zum Erfolg unserer Gemeinschaftgehören auch Reformen." Deutschland müsse reformfreudig bleiben, mitoder ohne Finanzkrise.
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