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Unwetter in Europa: Männer von umstürzender Gartenmauer erschlagen

Unwetter über Europa
London/Madrid –  

Heftige Unwetter haben am Samstag beträchtliche Zerstörungen angerichtet und mehrere Menschenleben gefordert. Besonders schlimm traf es Teile Spaniens und Portugals. Hier fegten Stürme mit Windböen von bis zu 100 Stundenkilometern übers Land.

Der schlimmste Zwischenfall ereignete sich am Samstag nach Behördenangaben im südostspanischen El Llano del Beal nahe der Stadt Cartagena. Dort wurden zwei Männer von einer vom Wind umgestürzten Gartenmauer erschlagen.

Aufgrund von Schnee und Regen und auch wegen Erdrutsche und Hunderter umgestürzter Bäume wurden auf der gesamten iberischen Halbinsel zahlreiche Autobahnen, Landstraßen und auch Bahnstrecken gesperrt. Auch Fährenbetriebe seien unterbrochen worden, berichteten Medien.

In besonders gefährdeten Gebieten der portugiesischen Atlantikküste wurden Campingplätze evakuiert.

Zudem sorgten großflächige Stromausfälle in beiden Ländern für Chaos. 23 Flugzeuge, die bis 13 Uhr Ortszeit auf dem internationalen Flughafen der portugiesischen Hauptstadt Lissabon landen sollten, mussten wegen der starken Winde unter anderem auch nach Spanien umgeleitet werden.

Handballer wurden umgeleitet

Wegen Sturmschäden an der Bahnstrecke von Sevilla nach Madrid ist bei der Handball-WM in Spanien der deutsche Achtelfinal-Gegner Mazedonien auf Umwegen nach Barcelona umgezogen. Statt wie geplant mit dem Zug direkt vom Vorrundenspielort Sevilla in die katalanische Hauptstadt zu reisen, musste das Team um Torjäger Kiril Lazarov zunächst mit dem Bus nach Córdoba fahren.

Erst von dort fuhr der Schnellzug dann nach Barcelona, teilten die Veranstalter am Samstag mit.

Ebenfalls betroffen von den Witterungsunbilden waren der Gruppen-Dritte Island, der sein Achtelfinale gegen Frankreich auch in Barcelona austrägt, sowie Gruppensieger Dänemark und Russland. Der Europameister und das Team des früheren Magdeburger Bundesliga-Spielers Oleg Kuleschow bestreiten ihre ersten K.o.-Spiele in Saragossa.

Schneechaos in London

Eisige Temperaturen und Schneefälle haben an Europas größtem Flughafen London-Heathrow auch am Samstag für Flugausfälle und Verspätungen gesorgt. Am Morgen mussten rund 100 Flüge gestrichen werden.

Bereits am Freitag waren etwa 300 ausgefallen. Das teilte der Betreiber BAA mit. Hunderte Passagiere hatten die Nacht im Flughafen verbringen müssen und dort teilweise auf dem Boden übernachtet. Im Verlauf des Samstags soll sich das Wetter bessern. Sobald sich der Flugplan nach den Verspätungen vom Freitag normalisiert habe, erwarte man keine neuen Probleme, hieß es.

Der Eurostar zwischen Brüssel und London fuhr wegen Geschwindigkeits-Einschränkungen in Frankreich mit bis zu 30 Minuten Verspätung. Auf einigen Autobahnen und Bahnlinien gab es Probleme.

Im Nordosten von England, in Schottland und in Nordirland war in der Nacht zum Samstag neuer Schnee gefallen. In der nordirischen Grafschaft County Down fiel in rund 2400 Haushalten vorübergehend der Strom aus.

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