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Toter Sohn des Olympique-Bosses: Anwalt: „Er wurde getötet wie ein Tier“

Die Leiche von Adrien Anigo liegt zugedeckt neben seinem Wagen. Für Marseille ist der das 15. Opfer des Drogenkriegs in diesem Jahr.
Die Leiche von Adrien Anigo liegt zugedeckt neben seinem Wagen. Für Marseille ist der das 15. Opfer des Drogenkriegs in diesem Jahr.
Foto: AP/dpa
Marseille –  

Es war der Schockmoment der letzten Woche. Während Bundespräsident Joachim Gauck auf Staatsbesuch in der südfranzösischen Stadt Marseille aufhält, werden auf offener Straße zwei Männer erschossen.

Es sind der 14. und 15. Tote die der Drogenkrieg in diesem Jahr in Marseille zu verantworten hat. Doch dieses Mal trägt eines der Opfer einen bekannten Namen: Adrien Anigo. Sohn des Sportdirektors vom Fußballverein Olympique Marseille, José Anigo.

Zwei Unbekannte haben den knapp 30-Jährigen am Donnerstag in seinem Auto von einem Motorrad aus erschossen. Nach den Worten seines Anwalts haben sie ihn „getötet wie ein Tier“.

Adrien Anigo war für die französische Justiz kein unbeschriebenes Blatt. So wurde er beispielsweise als Jugendlicher wegen Diebstahls verurteilt. Erst 2010 wurde ein Verfahren gegen ihn wegen angeblicher Verwicklung in mehrere Raubüberfälle nach einem Verfahrensfehler eingestellt.

Nach erneuten Exzessen der Bandenkriege in der französischen Hafenmetropole will der französische Innenminister Manuel Valls nun erneut alle Kräfte mobilisieren. Diesmal unter den Überschiften „runder Tisch“ und „nationaler Pakt“.

Gerade die Armut in der Stadt gilt als Ursprung des Verbrechens. Fast 30 Prozent der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze von 954 Euro pro Monat. Vor allem in den nördlichen Stadtteilen gibt es zweistellige Arbeitslosenquoten und kaum Hoffnung auf sozialen Aufstieg. Vor allem Jugendliche aus unteren Schichten und Einwanderer-Familien sind davon betroffen.

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