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Selbstmord nach Nacktfotos: Anonymous jagt Erpresser von Amanda Todd (15)

„Weinte jede Nacht, verlor all meine Freunde und meinen Respekt“, schrieb Amanda. Sie brachte sich kurz nach dem Video um.
„Weinte jede Nacht, verlor all meine Freunde und meinen Respekt“, schrieb Amanda. Sie brachte sich kurz nach dem Video um.
 Foto: Screenshot Youtube
Vancouver –  

Sie fiel vor der Webcam auf einen Pädophilen herein, nahm sich drei Jahre später das Leben. Die Geschichte von Amanda Todd ist erschütternd – jetzt jagt die Hacker-Gruppe Anonymous den Täter.

Das Mädchen aus Kanada war gerade mal zwölf Jahre alt, als sie im Internet den Mann kennenlernte, der ihr Leben zerstörte. Der Fremde forderte sie auf, ihr T-Shirt hochzuziehen – und das Mädchen tat es. Ein Jahr später sollte sie das bitter bereuen: Der Mann kontaktierte sie bei Facebook, erpresste sie. Er wusste Name, Adresse und viele persönliche Daten von Amanda, wollte ihre hilflose Situation ausnutzen.

Er forderte sie auf, noch mehr vor der Webcam zu entblößen – doch sie weigerte sich. Der Täter veröffentlichte ihre halbnackten Fotos daraufhin im Internet, Amanda wurde gemobbt und öffentlich ausgelacht. In einem Youtube-Video erzählte sie auf vielen Zetteln ihre tragische Geschichte: Sie nahm Anti-Depressiva, kam in eine Klinik, hat zwei Selbstmordversuche hinter sich. Sechs Wochen, nachdem sie das bewegende Video bei Youtube veröffentlichte, nahm sie sich schließlich das Leben.

Ihre Geschichte schockierte viele Internetnutzer, sie fanden sich online zusammen, um den Täter zu finden. Jetzt hat sich die berühmte Hacker-Gruppe Anonymous eingeschaltet, nennt den mutmaßlichen Täter in einem hochgeladenen Video. Die Gruppe behauptet, dass es sich um einen 32-Jährigen aus British Columbia handelt – er wird jetzt im Internet bedroht. In Facebook-Gruppen warnen Nutzer den Mann, „mit einem Auge offen zu schlafen“. In einigen Gruppen wird der Tod des Mannes gefordert.

5. November: Die Guy Fawkes-Nacht
"Anonymous": Die Super-Hacker

Der Angriff soll am 5. November erfolgen. Dieses Datum wurde bewusst gewählt, es ist die Guy Fawkes-Nacht.

An diesem Tag im Jahr 1605 wollte der Offizier Guy Fawkes ein Attentat auf den englischen König Jakob I. verüben.

Er und seine Mitverschwörer wollten das englische Parlament in London in die Luft sprengen, wurden jedoch vorzeitig entdeckt und verhaftet.

Bis heute wird diese Ereignis in Großbritannien unter dem Namen "Bonfire-Night gefeiert.

"Anonymous" ist eine weltweit tätige Gruppe von Aktivisten die Protestaktionen für Redefreiheit, Freiheit des Internets und gegen verschiedene Unternehmen und staatliche Behörden organisieren.

Sie sind zumeist im Internet aktiv und führen Hackerangriffe durch. Unter anderem gab es bereits Angriffe gegen Scientology und Sony.

Nach der Atomkatastrophe in Japan wendete sich "Anonymous" gegen Atomkonzerne, 2011 unterstützte es außerdem die Proteste in arabischen Ländern gegen ihre Regierungen.

Ihr Erkennungszeichen ist die Guy Fawkes-Maske aus dem Film "V wie Vendetta".

Anonymous hat seinen Namen von Websites, auf denen er junge Mädchen bedrohte. Die Botschaft von Anonymous: „Bestenfalls ist er die Person, die es Amanda Todd angetan hat, zumindest ist er ein Pädophiler, der es genießt, Kinder zu bedrohen.“

Die Polizei reagierte bereits auf die Hetzjagd im Internet, wollte den Namen aber nicht kommentieren. Sie ermittelt in dem Fall.

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