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Schon 47 Tote: Der gefährliche Rausch aus den Schmerzpflastern

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So sieht die Verpackung eines Schmerzpflasters mit dem Wirkstoff Fentanyl aus.
So sieht die Verpackung eines Schmerzpflasters mit dem Wirkstoff Fentanyl aus.
Hamburg –  

Abhängige haben eine neue Drogenquelle aufgetan: Schmerzpflaster. Denn die enthalten einen hohen Anteil des Opiats Fentanyl. In Bayern starben daran im vergangenen Jahr 47 Junkies.

Immer mehr Altenheime und Krankenhäuser klagen über Junkies, die heimlich Müllcontainer durchwühlen.

Fentanyl wirkt erheblich stärker als Heroin und wird als Betäubungsmittel bei Narkosen eingesetzt. Außerdem dient Fentanyl in Pflasterform der Schmerzlinderung bei Krebspatienten. Das macht die Pflaster auch für Heroin- oder Kokainabhängige interessiert.

Sich die schmerzlindernden Verbände vom Arzt verschreiben zu lassen, ist aber nicht einfach. Da es sich um ein Betäubungsmittel handelt, sind die Hürden hoch.

Dennoch: Die Kassenärztliche Vereinigung warnt in einem Schreiben, dass es gewiefte Abhängige geschafft haben, sich bei wechselnden Ärzten bis zu 40 Verschreibungen von Fentanylpflastern zu erschleichen.

Aber selbst gebrauchte Pflaster enthalten noch 80 Prozent des Wirkstoffs. Das nutzen die Junkies aus: „Die Pflaster aus dem Müll werden ausgekocht und dann wird die Flüssigkeit gespritzt“, sagt Johann Fischaleck, Referent für Arzneimittel bei der Kassenärztlichen Vereinigung in Bayern. Manche Junkies lutschen die Pflaster auch oder trinken den Sud. „Doch die Abhängigen wissen natürlich absolut nicht, welche Dosierung sie sich da verpassen. Und deshalb kommt es zu Todesfällen oder schweren Notfällen mit Atemstillstand.“

Eine so extreme Häufung von Fentanyl-Toten wie in Bayern mit 47 Fällen hat es in anderen Bundesländern bisher noch nicht gegeben. „In Hamburg hatten wir im vergangenen Jahr einen Todesfall mit einer Mischvergiftung mit Fentanyl und Methadon“, so Doktor Axel Heinemann, Oberarzt am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg. „Auch in den Jahren davor gab es Einzelfälle.“

Insgesamt beobachte man in Deutschland seit drei, vier Jahren einen mäßigen Anstieg der Fälle. „In Bayer hat sich da ein besonderer Schwerpunkt herauskristallisiert.“

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