Panorama
Panorama: Erfahren Sie Neues aus Deutschland und der Welt auf express.de

Empfehlen | Drucken | Kontakt

Prostitution in Polen: Sex im Tausch gegen Handys und Klamotten

In Einkaufszentren oder dem Netz suchen Jugendliche nach „Sponsoren“, die Sex gegen „materielle Vergütung“ tauschen.
In Einkaufszentren oder dem Netz suchen Jugendliche nach „Sponsoren“, die Sex gegen „materielle Vergütung“ tauschen.
Foto: ddp
Warschau –  

„Sponsor gesucht!“, so heißt die kurze Bitte, die einen Boom auf Dutzenden Internetseiten im polnischen Netz erlebt. Unter dieser Losung suchen nicht etwa Veranstalter nach Unterstützern für ihr Event oder kleine Fußballmannschaften einen neuen Trikot-Ausstatter. Es sind schlichtweg Jugendliche, die sich aushalten lassen wollen – und dafür Sex bieten. Ihnen geht es dabei nicht um existenzielle Dinge, sondern um puren Luxus.

Teure Markenklamotten, edler Schmuck, Luxuskosmetik, Miet- oder Smartphone-Verträge – dafür verkaufen sie ihren Körper. „Bis zu einem Viertel aller jungen Polen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren hat sich bereits mindestens einmal in ihrem Leben sexuelle Dienste gegen eine materielle Vergütung geleistet“, schlägt Gabriela Kühn von der Warschauer Stiftung „Niemandskinder“ Alarm. Meist finanzierten Männer junge Frauen. „Oft sind die Männer nicht viel älter als die Frauen, Mitte 20 vielleicht“, so Kühn.

Nicht nur im Netz, auch in den glitzernden Shopping-Centern – polnisch „galeria“ – finden die Jugendlichen ihre Konsum-Freier – quasi direkt an der Quelle zu den Objekten ihrer Begierden. Beim sogenannten „Sponsoring“ denken beide Seiten, dass es sich nicht um echte Prostitution handelt. Auch rechtlich sind sie fein raus. „Solange es von beiden Seiten aus freiwillig geschieht, ist es bei über 14-Jährigen nicht strafbar“, erklärt Kühn.

Experten schieben die Jugendprostitution auf das gesellschaftliche Klima, in dem fast ausschließlich materielle Werte eine Rolle spielen. „Nach 20 Jahren des ökonomischen Umbruchs erlebt Polen so etwas wie einen nachholenden Konsumrausch, der für charakterlich »unfertige« junge Menschen besonders gefährlich ist. Sie vergleichen sich mit anderen Jugendlichen und fühlen sich schlecht, wenn sie nicht das allerneuste Handy haben“, analysiert Soziologe Jacek Kurzepa.

Weitere Meldungen aus dem Bereich Panorama
Peinliche Videos
So anstrengend können Selfies sein

Das Haar noch schnell auf eine Seite geworfen, ein sexy Schmollmund - und schnell auf den Auslöser drücken. Ja, mit einem coolen Selfie kann man in sozialen Netzwerken richtig punkten.

Weihnachten im Oktober
Todkranker Junge: Für Ethan (2) wirft eine Stadt ihren Kalender um

Ethan leidet unheilbar an Leukämie. Der Vierjährige wird nur noch einige Tage, vielleicht wenige Woche zu leben haben. Um ihm ein paar schöne letzte Tage zu schenken, hatte seine Nachbarschaft eine rührende Idee...

Fünf Jahre saß Reyhaneh Jabbari in der Todeszelle im Iran. Das Gericht verurteilte sie wegen Mordes.
Internationale Proteste
Vergewaltiger getötet – Iranerin Reyhaneh Jabbari hingerichtet

Sie hat ihren mutmaßlichen Vergewaltiger getötet und wurde dafür im Iran hingerichtet: Die 26-Jährige Reyhaneh Jabbari wurde am Samstagmorgen gehängt.

Panorama
Anzeigen



Aktuelle Videos
FACEBOOK
EXPRESS.DE on Facebook
Machen Sie mit bei der großen romantischen Hochzeits-Aktion im EXPRESS.

Machen Sie mit: EXPRESS erzählt tolle Liebesgeschichten aus dem Rheinland.

Aktuelle News-Fotogalerien