Rund 50 Millionen Euro soll der Mega-Sprung von Felix Baumgartner aus 39 Kilometern Höhe gekostet haben. Doch bei dem Stunt ging es nicht nur um Rekorde, es ging auch ums Geschäft. Marketing-Experten sind sich sicher, dass dem Getränkehersteller Red Bull, der das Ganze finanzierte, ein Coup gelungen ist.
Aus globaler Sicht sei die Aktion ein „absoluter Erfolg“ und mit Sicherheit „jeden Euro wert gewesen“, sagte der Chef der Mediaagenturgruppe ZenithOptimedia, Frank-Peter Lortz.
Lortz geht davon aus, dass das Ereignis weltweit Hunderte Millionen Menschen erreichte. „Es wird seit Wochen in den Nachrichten rauf und runter gespielt“, sagte er. Dies gelte nicht nur für den jetzigen Sprung, sondern auch für alle Vorbereitungen und abgesagten Versuche. Allein der firmeneigene Youtubekanal für das Ereignis wurde mittlerweile über 350 Millionen Mal angeklickt.
Red Bull ständig präsent
Zum Vergleich: In den USA zahlen Unternehmen für einen 30-Sekunden-Spot während des Superbowls rund 2,3 Millionen Euro. Doch statt 30 Sekunden lief der Rekordversuch von Baumgartner stundenlang über die Bildschirme. Und auch in den Monaten zuvor sorgte er bereits für viel Aufmerksamkeit. „Und das nicht nur in Amerika, sondern global“, sagte Media-Experte Lortz.
Die Marke Red Bull war während der vierstündigen Liveübertragung ständig präsent: Das Logo und der Schriftzug des Getränkeherstellers fanden sich unter anderem auf Helm und Anzug Baumgartners, auf der Kapsel, dem Fallschirm und im Kontrollzentrum des Projekts.
Super-Quote für n-tv
Allein in Deutschland bescherte das Ereignis dem Fernsehsender n-tv am Sonntagabend mit rund 7,1 Millionen Zuschauern eine rekordverdächtige Einschaltquote, wie ein Sendersprecher sagte. Auf Youtube sahen weltweit acht Millionen Menschen den Sprung live. Auf dem klassischen Wege - per Fernsehen - habe n-tv in den 15 Minuten des Sprungs und der Ankunft 19,9 Prozent Marktanteil erreicht, sagte der Sprecher.
Für seinen Bekanntheitsgrad gibt Red Bull offenbar vergleichsweise viel Geld aus. Medienberichten zufolge sollen die Marketingkosten mit 1,4 Milliarden Euro etwa ein Drittel des Umsatzes (2011: 4,25 Milliarden Euro) verschlingen. Zum Vergleich: Apple ließ sich seine Werbung im Jahr 2011 rund 933 Millionen Dollar (719,8 Millionen Euro) kosten und brachte damit etwa ein Prozent seines Umsatzes von 108 Milliarden Dollar (83,4 Milliarden Euro) für sein Marketing auf.
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