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Kommt Geiselgangster bald raus?: Knast-Chef über Degowski: „Menschlich eine Null“

Degowski hält der Geisel Silke Bischoff eine Waffe an den Hals. Das Bild erschütterte die Republik.
Degowski hält der Geisel Silke Bischoff eine Waffe an den Hals. Das Bild erschütterte die Republik.
Foto: AP
München –  

Im August 1988 schockten der Geiselgangster Dieter Degowski mit seinem Komplizen Hans-Jürgen Rösner ganz Deutschland. Heute sitzt der inzwischen 55-Jährige in der JVA Werl ein, putzt dort den Hof – weil er zu keinem anderen Knast-Job taugt. Gefängnis-Direktor Michael Skirl zum „Focus“: „Menschlich ist er eine Null.“

Dieter Degowski, der bei der Geiselnahme den 15-jährigen Emanuele De Giorgi vor den Augen seiner Schwester erschoss, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Wegen der „besonderen Schwere der Schuld“ wurde die Haftzeit auf 25 Jahre festgelegt. Auch Hans-Jürgen Rösner bekam lebenslang – und nachträglich Sicherungsverwahrung. Er sitzt in der JVA Bochum.

Degowski hofft jetzt, nach 24 Jahren im Knast, auf seine baldige Freilassung. Doch Gefängnis-Direktor Skirl meint: „Ich glaube nicht, dass er 2013 freikommt.“ Sein prominenter Häftling sei wehleidig, ein klassischer Mitläufer.

„Er hat die Therapien nur angekratzt“, meint der Chef vom Hochsicherheitsknast Werl (Westfalen) zum „Focus.“ „Er war der Fußabtreter und Schluffen von Rösner, wenig intelligent.“ Daran hat sich auch hinter Gittern nicht viel geändert.

Der einstige Geiselgangster von Gladbeck vegetiert vor sich hin. Die Frau, die sich als Zuschauerin beim Prozess in den Gangster verliebte und ihn heiratete, ließ sich längst scheiden. Seine Kochlehre im Gefängnis hielt er gerade so durch. „Die haben ihn als Lehrling nur bestehen lassen, damit er auch mal ein Erfolgserlebnis hat“, sagt Skirl. Sein Essen hätte den Meistern nie geschmeckt.

Äußerlich wirke der Häftling Degowski harmlos: schmal, Halbglatze, fahle Haut. „Dissozial“ nennt ihn Skirl, was fehlende Schuldgefühle, gestörte Impulskontrolle und das Ignorieren sozialer Regeln umschreibt.

Der 61-Jährige, dessen Buch „Wegsperren?!: Ein Gefängnisdirektor über Sinn und Unsinn der Sicherungsverwahrung“ im Oktober erscheint, sagt über Degowski & Co: „Das, was wir Gewissen nennen, kennen solche Typen nicht. Da ist bei denen nur ein Vakuum.“

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