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Gefährliches Bibber-Wetter: Jetzt erfrieren die Osterhäschen

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Mag die Kälte auch nicht: der „Lepus europaeus“ oder auch Europäischer Feldhase genannt.
Mag die Kälte auch nicht: der „Lepus europaeus“ oder auch Europäischer Feldhase genannt.
Foto: IMAGO

Schneeregen und Matsch, Minustemperaturen und gefrorene Ackerböden. Uns Menschen nervt der lange Winter, doch für den „Osterhasen“ ist er lebensgefährlich. Die Deutsche Wildtierstiftung schlägt Alarm: „Die kleinen Feldhasen erfrieren erbärmlich.“

Nahrung fehlt

In vielen Regionen des Landes steht der Feldhase eh schon auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Wegen mangelnder Ackerrandstreifen fehlt es ihm an Nahrung, Autos machen seinem kurzen Leben den Garaus. Doch der Eingriff in seinen natürlichen Lebensraum ist nichts gegen das aktuelle Matschwetter.

Kombination von Nässe und Kälte

Jetzt, vor Ostern, gibt es bei den Feldhasen die meisten Jungtiere. „Der Nachwuchs kann Temperaturen von acht Grad minus gut aushalten“, weiß Wildtier-Stiftungssprecherin Eva Goris, „aber nicht die Kombination von Nässe und Kälte.“ Feldhasen verziehen sich im Gegensatz zu Kaninchen nämlich nicht ins warme Erdloch, sondern kauern sich auf den Acker.

Da warten die Jungtiere auf ihre Mütter, die sich aber nur einmal am Tag, meist im Schutz der Dunkelheit, bei ihnen sehen lassen, um sie zu säugen.

Den Rest des Tages verharren die Mini-Langohren völlig regungslos. Viele Babys erfrieren derzeit einfach, andere sind so geschwächt, dass sie zu leichter Beute von Wildschweinen werden.

Und der Mensch? Die Jäger schossen im vergangenen Jahr noch 330 000 Tiere. Das klingt auf den ersten Blick zwar viel, aber es waren schon 200 000 Hasen weniger, als ihnen noch vor fünf Jahren vor die Flinte liefen.

Wenn der Hasenbestand sich durchs Wetter weiter dezimiere, fehle ein wichtiges Glied in der Nahrungskette für Füchse, Wildschweine und Greifvögel, sagt Eva Goris. Sie warnt trotzdem: „Wer Hasennachwuchs auf dem Osterspaziergang entdeckt, darf die Jungtiere auf keinen Fall mitnehmen, selbst wenn sie erbärmlich aussehen.“

Und: Die süßen Osterhäschen würden auch bei Handaufzucht keinesfalls zahme Haustiere.

Auch viele Vögel leiden

Und, was ist mit den anderen Jungtieren, über die wir uns in der Osterzeit so freuen? Die kleinen Lämmer haben es besser. Nur die wenigsten Schäfer lassen sie jetzt schon auf die Wiese, sondern halten sie im Stall, bis es wärmer wird.

Aber viele Vögel haben es nach dem langen Winter schwer, sind mangels Nahrung bis auf die Knochen abgemagert. Die einen verhungern, andere fallen sogar von den Bäumen, da sie zu schwach sind, sich auf den Ästen zu halten.

Naturschutzbehörden bitten deshalb bei weiterhin gefrorenen Böden um Mithilfe zur Rettung der Tiere. Die Vögel sollen mit Haferflocken, Weintrauben oder Apfelstücken gefüttert werden. Da sie oft zu schwach sind, um harte Kerne zu knacken, kann das Futter vorher in Pflanzenöl getränkt werden.

Kältester März seit 26 Jahren

Brrr! Bis Ostern müssen wir noch bibbern. Aber dann soll’s endlich, endlich etwas wärmer werden. Ende März zieht der Frühling seinen Wintermantel hoffentlich wirklich aus.
Und das wird ja auch mal Zeit. „Wir erleben gerade den kältesten März seit 26 Jahren“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung, „momentan haben wir eine Mitteltemperatur in Deutschland von ein Grad plus; nur 1987 war es in den vergangenen 30 Jahren noch kälter – 0,5 Grad minus.“ Die derzeitige Wetterlage sei wirklich ungewöhnlich. Hochwinter mit Schneedecken von 20 cm in Berlin, Eiseskälte in Hannover - „das sind nicht mehr die üblichen kurzen Kälterückfälle für diese Jahreszeit, das ist eine echte Winterwetterlage“, sagt Jung. Doch er macht uns Hoffnung. Zwar bleibt Europa weiterhin in der Kältezange gefangen und auch bei uns wird’s sogar noch mal frostiger, aber zumindest das nasskalte Wetter soll der Vergangenheit angehören. Heute schon soll die Sonne das Himmelsgrau für einige Stunden durchbrechen. Aufatmen, auftanken - denn Samstag weht schon wieder eine scharfe Brise, die die drei Grad viel, viel kälter erscheinen lässt. Ab Montag hingegen setzt sich die Sonne mehr und mehr durch, dafür wird’s nachts mit bis zu sieben Grad minus leider bitterkalt. „Dann wird es jeden Tag etwas wärmer“, freut sich der Diplom-Meteorologe. Er rechnet Ostern mit Temperaturen von zwölf bis 15 Grad. Frühlingshaft warm? Na ja. Grillwetter ist anders. Aber man wird ja genügsam.

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