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Fall Lena (11): Emden: 5 Jahre für den Mord-Aufruf?

Vor den Augen der Fotografen führten Polizeibeamte den 17-Jährigen am Mittwoch beim Haftrichter vor. Er verbarg sein Gesicht unter der Jacke.
Vor den Augen der Fotografen führten Polizeibeamte den 17-Jährigen am Mittwoch beim Haftrichter vor. Er verbarg sein Gesicht unter der Jacke.
Foto: dpa
Emden –  

Während die Ermittler prüfen, ob der geständige Mörder der kleinen Lena noch für andere Straftaten verantwortlich ist, gehen auch die Ermittlungen gegen einen anderen jungen Mann weiter.

Der 18-Jährige aus Ostfriesland hatte im Internet zu Gewalt gegen den ersten, fälschlich Verdächtigen aufgerufen. Daraufhin versammelten sich 50 Menschen vor der Polizeiwache und forderten, den inzwischen rehabilitierten Berufsschüler zu lynchen.

Gegen den Urheber der Aktion wird nun wegen „öffentlichen Aufrufens zu einer Straftat“ ermittelt. Laut Strafgesetzbuch (Paragraf 111) kann eine solche Aufforderung mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden – auch, wenn niemand der Aufforderung folgt.

Gerade soziale Netzwerke würden sich zu solchen Aufrufen anbieten, weil sie eine schnelle Verbreitung möglich machen, so der Berliner Strafrechtsexperte Nikolai Venn. Eine Verschärfung des Strafrechts sei trotz Facebook & Co. aber nicht nötig. Venn: „Ich denke, dass die bestehenden Strafbestände ausreichen.“

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