Er hat vor drei Jahren ein Mitglied der rivalisierenden Outlaws erstochen: Jetzt wurde der Hells Angel Björn S. (30) zu zwölf Jahren Haft verurteilt.
Björn S. hat im Juni 2009 zusammen mit zwei Komplizen auf einer Landstraße bei Kirchheimbolanden (Donnersbergkreis) den Chef (45) der rivalisierenden "Outlaws" überfallen und erstochen. Das gestand er vor dem Landgericht Kaiserslautern.
Das Trio hatte den 45-Jährigen, der auf einem Motorrad unterwegs war, mit dem Auto verfolgt und ausgebremst. Nachdem einer aus der Gruppe den Bandenchef mit einem Schlagstock zu Boden geprügelt hatte, versetzte ihm Björn S. sieben Messerstiche in den Rücken und in die Seite. Das Opfer starb wenige Stunden später im Krankenhaus.
Es war die tödliche Rache für eine vorangegangene Schlägerei zwischen den Rockergruppen.
"Der Tod des Outlaws war nicht geplant", sagte Björn S. vor Gericht. Der Outlaw-Chef sollte demnach nur verprügelt werden. Zugestochen habe er nur, um zu verhindern, dass auch sein Gegner ein Messer ziehe.
Verurteilung wegen Todschlags
Staatsanwaltschaft und Richter glaubten dem Hells Angel. Deswegen wurde Björn S. nicht wegen Mordes, sondern nur wegen Todschlags verurteilt.
Die Anwälte der Nebenklage - sie vertraten die Eltern und die Tochter des Outlaw-Chefs - waren dagegen beim Mordvorwurf geblieben und hatten eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert.
Es ist bereits der zweite Prozess, der sich mit dem Tod des 45-jährigen Outlaw-Präsidenten beschäftigt. Im Mai 2010 hatte das Landgericht Kaiserslautern bereits zwei Komplizen des nun vor Gericht stehenden mutmaßlichen Haupttäters wegen Körperverletzung mit Todesfolge beziehungsweise wegen Beihilfe zu siebeneinhalb und vier Jahren Haft verurteilt.
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