Drama im Kölner Zoo: Tiger „Altai“ brach Samstagmittag aus dem Regenwald aus, griff eine Pflegerin an. Die Frau starb kurz darauf, der Tiger wurde von Zoodirektor Theo Pagel erschossen.
Gegen 12 Uhr konnte sich „Altai“ aus seinem Gehege befreien, die Polizei vermutet, dass eine Sicherheitsschleuse nicht richtig geschlossen war. Bewaffnete Beamte rückten an, sicherten das Gelände ab, evakuierten den kompletten Zoo. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz.
Tragödie im Kölner Zoo: Tiger „Altai“ brach aus seinem Gehege aus und griff eine Pflegerin an. Vermutlich war eine Sicherheitsschleuse nicht richtig geschlossen.
Foto: dapdPflegerin (43) wurde vom Tiger getötet
Der Tiger lief in das angrenzende Wirtschaftsgelände des Zoos. Dort arbeitete gerade eine Pflegerin (43). „Altai“ attackierte die Frau, sie wurde schwer verletzt. Ärzte kämpften um ihr Leben, sie kam ins Krankenhaus. Doch die aus Nümbrecht stammende Frau war nicht mehr zu retten: Sie starb kurze Zeit später.
Zoodirektor: „Schwärzester Tag meines Lebens“
Um weitere Angriffe durch den Tiger zu vermeiden, griff Zoodirektor Theo Pagel (51) selbst zur Waffe. Er kletterte auf ein nahegelegenes Gebäude, feuerte mit einem Gewehr zwei Schüsse auf den Tiger ab. „Altai“ starb. Das Gewehr liegt im Zoo immer für Notsituationen wie diese bereit.
„Das ist der schwärzeste Tag in meinem Leben. Ich habe selbst geschossen“, sagte der Zoodirektor völlig konsterniert und fassungslos.
Unterdessen ist der Zoo aber wieder normal zu besuchen: Gegen 13 Uhr wurde die Evakuierung aufgehoben.
Kripo ermittelt
Christopher Landsberg vom Vorstand des Zoos hatte eigentlich frei, eilte aber sofort zum Zoo. Unsere Zeitung erreichte ihn unterwegs: „Bitte haben sie Verständnis, dass wir uns momentan noch nicht äußern können“, sagte er. Das Vorgehen von Pagel begründete er folgendermaßen: „Eine Betäubung des Tiers kam nicht in Frage. In solchen Fällen steht das Wohl unserer Mitarbeiter über allem, da gibt es nur eine finale Lösung.“
„Der Zoodirektor hatte die richtigen Waffen dafür“, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei habe mit den üblichen Dienstpistolen nicht viel anrichten können. Der Schuss des Zoodirektors habe möglicherweise Schlimmeres verhindert, heißt es von der Polizei. Das Wirtschaftsgebäude sei für Besucher zwar nicht freigegeben gewesen, allerdings hätte das Raubtier durch ein Fenster weiter fliehen können.
Bei dem ausgebrochenen Tiger handelte es sich um den Vater der drei süßen Tigerbabys, die Ende 2011 im Kölner Zoo geboren wurden.
Die Tigerattacke im Kölner Zoo endete tödlich für eine Pflegerin. Bei Unfällen mit Tigern wurden in den vergangenen Jahren in Deutschland mehrere Menschen schwer verletzt. Wir dokumentieren die Fälle:
März 1992:
Ein 33-jähriger Besucher des Heimattierparks in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) klettert über die Absperrungen vor einem Raubtierkäfig. Er wird von einem männlichen Sibirischen Tiger angegriffen und schwer verletzt. Zwei Tierpfleger bergen den Verletzten.
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