Panikforscher hat gewarnt: Die Treppe hätte „besser gesprengt werden sollen”
Michael Schreckenberg hatte vor der Treppe gewarnt.
Foto: © Schreckenberg
Michael Schreckenberg hatte vor der Treppe gewarnt.
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Duisburg –
Panikforscher Michael Schreckenberg war als Physiker an der Vorbereitung der Technoparty beteiligt. Und er hatte vor der Loveparade deutlich auf die Risiken hingewiesen, die letztlich zur Katastrophe führten.
Der Physiker hat vorher ausdrücklich vor der Gefahr gewarnt, die von dem engen Tunnel ausgeht. Wenn die Massen dort durchgeschleust werden, müsse „das bis ins Letzte durchgeplant werden”, hatte er vorher gesagt. Und genau das ist nicht geschehen.
Schreckenberg hatte vorhergesehen, dass die Treppe, an der die meisten Toten gefunden wurden, ein großes Risiko darstellt.
Rückblick: Die Katastrophe auf der Loveparade
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Rückblick: Die Katastrophe auf der Loveparade
Auf der Loveparade in Duisburg kamen 21 Menschen ums Leben.
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Nach der Tragödie: Trauer und Wut in Duisburg
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Nach der Tragödie: Trauer und Wut in Duisburg
Ein Gedenkstein aus Eis steht am Montagmorgen an der Unfallstelle.
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Trauer und Unverständnis nach der tödlichen Loveparade: Warum? steht auf einem Schild an der Stelle, wo die Massenpanik ausbrach.
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„Wieso musste es soweit kommen?”, fragen Freunde und Angehörige der Opfer.
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Auf diesem Poster drücken Trauernde ihr Mitgefühl aus.
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Dieser Zettel erhebt schwere Vorwürfe gegen Veranstalter Rainer Schaller.
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Trotz strömenden Regens kommen Trauernde auch am Montag an die Unglücksstelle.
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Am Ort der Tragödie stehen Kerzen zum Gedenken an die Toten.
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Eine Mutter klagt an: Sie macht die Organisatoren für den Tod der Kinder verantwortlich.
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Eine Kerze für die Opfer der Massenpanik.
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Diese Plakate hängen neben der Zufahrt des Loveparade-Geländes.
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An der Unglücksstelle machen viele ihrer Wut auf die Veranstalter Luft.
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Andere sind einfach nur traurig: Viele Menschen kamen am Sonntag an die Unglücksstelle.
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Die Stelle der Massenpanik zieht viele Menschen an, die ihre Betroffenheit ausdrücken wollen.
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Die Trauer nach der Tragödie ist groß.
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Die Menschen dort wirken fassungslos.
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Auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft legte in der Nähe des Tunnels Blumen nieder.
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Der Panikforscher sagte: Die Treppe an der Rampe hätte besser abgeschirmt, „vielleicht sogar besser gesprengt werden sollen”. Doch die Veranstalter hörten nicht auf ihn.
Es sei vorhersehbar gewesen, dass die Raver über die Stufen entkommen wollen. Denn wo sich Menschen dicht gedrängt stauen, suchen sie schließlich nach Auswegen, so der Physiker.
Schreckenberg ließ durchblicken, dass die Planung der Experten „bestens” gewesen sei, aber die Ausführung – also das „Tunnelmanagement” des Veranstalters – hätten zu den Problemen geführt.
Doch auch die Planung sah über ein offensichtliches Problem hinweg: Zwar gingen die Veranstalter angeblich nur von 500.000 statt von 1,4 Millionen Besuchern aus, doch auch das wäre zu viel gewesen. Denn der Tunnel hatte nur eine Kapazität von 20.000 Menschen pro Stunde. Bis zu 250.000 Raver sollten aber durch dieses Nadelöhr auf das Gelände geschleust werden – und wieder zurück. Das konnte nicht gutgehen.
Der Panikforscher hatte außerdem zu einer Videoüberwachung der Rampe geraten – das lehnte der Veranstalter ebenfalls ab.
Auch das Management in der Notsituation selbst sei alles andere als perfekt gewesen: „Die Menschen brauchen eine Perspektive, dass und wann es weitergeht. Dann bleiben sie auch ruhig”, sagte Schreckenberg. Doch die 4000 Polizisten und 1000 Ordner konnten die Massen nicht beruhigen und deshalb auch nicht das Schlimmste verhindern.
Michael Schreckenberg sieht aber auch eine Mitschuld bei sich und denjenigen, die von Anfang an wussten, wie gefährlich der Tunnel sein wird: „Wir haben gewarnt, aber wir hätten vielleicht stärker warnen müssen.”
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