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18 Monate Lagerhaft : Student pinkelt an Stalingrad-Denkmal

Die ewige Flamme am Stalingrad-Monument auf dem Mamajew-Hügel in Wolgograd.
Die ewige Flamme am Stalingrad-Monument auf dem Mamajew-Hügel in Wolgograd.
Foto: dpa
Wolgograd –  

Er wollte sich nur schnell erleichtern - doch dafür muss ein ägyptischer Student jetzt in russische Lagerhaft. Der junge Mann hatte an Neujahr in Wolgograd an das Mahnmal für die Opfer des russischen Bürgerkriegs und des Zweiten Weltkriegs gepinkelt.

Wie der Spiegel berichtet, sprach ein Gericht im früheren Stalingrad den Mann schuldig. Mit seiner Pinkel-Aktion habe der Medizinstudent das Denkmal geschändet. „Ich schwöre, ich wusste nicht, dass das ein Denkmal war“, zitiert das Magazin den Wildpinkler. Seine Strafe: Anderthalb Jahre russische Lagerhaft.

Laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti forderte der Staatsanwalt zunächst drei Jahre Lagerhaft. Der junge Ägypter habe nicht nur gegen das Denkmal mit der symbolträchtigen Flamme gepinkelt, sondern sich auch mit empörten Passanten geprügelt.

Die Schlacht von Stalingrad

Als die Reste der deutschen 6. Armee am 2. Februar 1943 in den Ruinen von Stalingrad kapitulieren, endet das monatelange mörderische Ringen um die Stadt an der Wolga. Die Rote Armee wie die Wehrmacht mit ihren Verbündeten zählen Hunderttausende Tote nach dem mit aller Brutalität geführten Häuserkampf.

Von den etwa 91 000 deutschen Soldaten, die in sowjetische Gefangenschaft kommen, kehren nur 6000 in die Heimat zurück.

Generalfeldmarschall Friedrich Paulus hatte sich bereits am 31. Januar ergeben und sich damit über Diktator Adolf Hitler hinweggesetzt, der ein Durchhalten um jeden Preis befohlen hatte. Die Stadt mit dem Namen seines verhassten Konkurrenten Josef Stalin sollte zum Symbol deutschen Siegeswillens werden. So aber gilt Stalingrad nun als Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges.

Dabei sah die Wehrmacht noch im Herbst 1942 wie der sichere Sieger aus. Die kampferprobten Truppen brachten trotz erbitterter Gegenwehr fast die gesamte Stadt unter ihre Kontrolle. Die Verteidiger hielten nur noch einen schmalen Streifen entlang der Wolga.

Doch mit einer Zangenbewegung kesselten die Sowjets die Deutschen schließlich ein. Frische Truppen aus Sibirien und der heftige Winter kamen ihnen zugute. Luftwaffenchef Hermann Göring konnte seine lautstarken Versprechen einer „Luftbrücke“ zur Hilfe der Eingeschlossenen nicht umsetzen.

So eindeutig das Ende der mythenumrankten Schlacht terminiert ist, so uneins sind sich Historiker über den genauen Beginn. Die russische Geschichtsforschung nennt den 17. Juli 1942, als Einheiten der sowjetischen 62. und 64. Armee unweit der Stadt auf die Vorhut der deutschen 6. Armee trafen.

Deutsche Historiker gehen eher vom 23. August 1942 aus, als die Luftwaffe einen mörderischen Angriff auf Stalingrad flog. Ein mögliches Datum ist auch der 25. August 1942, an dem Stalin den Belagerungszustand verhängte.

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