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„Curiosity“-Mission: Hallo Mars, wir sind wieder da!

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So sieht der zwei Milliarden teure Roboter  „Curiosity“ aus.
So sieht der zwei Milliarden teure Roboter „Curiosity“ aus.
Foto: dapd

An langen Seilen wird das sechsrädrige Gefährt auf den rötlichen Boden herabgelassen. Es ist etwa so groß wie ein Ford Focus. Doch statt 18.000 kostet die Reise dieses Fahrzeugs zwei Milliarden Euro.

Hallo Mars, wir sind wieder da! Um Punkt 7.32 Uhr setzte der Rover „Curiosity“ („Neugier“) am Montag auf dem Roten Planeten auf. Die US-Raumfahrtbehörde NASA jubelt („Nichts kann das toppen“), Präsident Barack Obama platzt fast vor Stolz („Wir haben auf dem Mars Geschichte geschrieben“) und die Menschen auf der Erde staunen über die gewaltige Reise zu dem geheimnisvollen Planeten Mars.

Das 1. Foto der Mission

Schon kurz nach der Landung schickte „Curiosity“ das erste Foto vom Mars zur Erde: Wir sehen den Boden des Planeten und den Schatten, den der Mars-Rover im Sonnenlicht wirft.
Das 1. Foto der Mission Schon kurz nach der Landung schickte „Curiosity“ das erste Foto vom Mars zur Erde: Wir sehen den Boden des Planeten und den Schatten, den der Mars-Rover im Sonnenlicht wirft.

„Curiosity“ raste in 254 Tagen auf seiner elliptischen Bahn rund 450 Millionen Kilometer durch den Weltraum. Und das mit einer Geschwindigkeit von 22.000 km/h. Gäbe es eine Autobahn zum Mars, würde man für die Strecke bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 130 km/h 395 Jahre brauchen.

„Curiosity“ ist ein beeindruckendes Technik-Wunder. Nicht weniger faszinierend: seine Mission. Der fahrende Roboter soll Marsianer aufspüren. Er landete in einem Krater, in dem früher möglicherweise einmal ein See oder ein Flussdelta war. „Mit seinen

Baggerschaufeln nimmt der Rover Bodenproben. Es besteht Hoffnung, das in dem Tonboden Fossilienspuren liegen, die auf Leben auf dem Mars deuten“, sagt Michel Denis, Betriebsleiter der Mars-Missionen bei der europäischen Raumfahrt-Behörde ESA in Darmstadt.

Perfekt gelandet! Adam Steltzner, NASA-Ingenieur in Pasadena, bejubelt den Erfolg.
Perfekt gelandet! Adam Steltzner, NASA-Ingenieur in Pasadena, bejubelt den Erfolg.
Foto: dapd

Grüne Männchen, Einzeller? Von jeher übt der Mars eine besondere Faszination auf uns aus. Er ist nach der Venus der Planet, der der Erde am nächsten ist: je nach Position auf der jeweiligen Umlaufbahn um die Sonne zwischen 70 und 400 Millionen Kilometer. Es wird auf dem Mars wie bei uns auf der Erde hell und dunkel, ein Tag dauert 24 Stunden und 37 Minuten. Es gibt Jahreszeiten, ein Jahr dauert 23 Monate.

Ulrich Köhler, Planeten-Geologe des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) erklärt, warum der Mars so interessant für die Wissenschaft ist: „Er hat gewisse Ähnlichkeit mit der Erde, hat eine feste Oberfläche, eine dünne Atmosphäre, es sind Spuren von Wasser zu sehen. Die Temperaturen sind zwar kalt, zwischen minus 130 und plus 25 Grad, aber immer noch moderat. Dies macht den Mars zum Planeten, auf dem früheres oder vielleicht auch noch heutiges Leben am wahrscheinlichsten ist.“

Könnten wir denn auf dem Roten Planeten überleben? Diese Frage zu beantworten, ist weiterer Teil der „Curiosity“-Mission. An Bord ist ein Gerät, das Techniker der Uni Kiel und des DLR entwickelt haben: Es misst die Strahlung, denen Raumfahrer bei späteren, bemannten Missionen ausgesetzt sein werden.

Der Kieler Forscher Jan Köhler: „Auf der Erde sind wir durch ein Magnetfeld und die Atmosphäre vor der kosmischen Strahlung geschützt. Wir wollen herausfinden, ob sie Astronauten auf dem Mars gefährlich werden könnte.“ Kosmische Strahlung entsteht durch Eruptionen auf der Sonnenoberfläche.

Auch wenn es erst einmal ungemütlich klingt: US-Präsident Obama sprach am Montag von der Vision, zwischen 2030 und 2040 Menschen auf den Mars zu schicken. Obwohl die Reisezeit locker drei Jahre dauern würde, schwärmt Deutschlands Astronauten-Chef Thomas Reiter (54): „Natürlich würde ich gern zum Mars fliegen.“ Auch wenn er schon auf den Raumstationen ISS und „Mir“ war - die Faszination Mars packt ihn wie die gesamte Menschheit.

Frühere Mars- Missionen

„Curiosity“ ist der vierte US-Roboter, der auf dem Roten Planeten landet. 1996 startete das US-Raumschiff „Pathfinder“, setzte den Rover „Sojourner“ ab. 2004 setzte „Spirit“ auf, fand Spuren von Wasser.

Drei Wochen später landete „Opportunity auf der anderen Mars-Seite. Die „Curiosity“ ist die bislang teuerste Mars-Mission. 2019 wollen ESA und DLR eine Sonde auf den Mars bringen.

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