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„Beachboys“ in Kenia: Sex-Touristin Marisa Z. (52) erzählt

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Ihre Liebelei dauerte neun Monate und kostete sie 25.000 Euro: Marisa Z. mit „Beachboy“ Mahni.
Ihre Liebelei dauerte neun Monate und kostete sie 25.000 Euro: Marisa Z. mit „Beachboy“ Mahni.

Für den schnellen Sex ans andere Ende der Welt. So was machen nur die eh hormongesteuerten Männer? Falsch. Immer mehr ältere Frauen erkaufen sich in Afrika für kleines Geld die große Liebe junger Männer – und ihre Körper. Bei uns erzählt Sex-Touristin Marisa Z. (52) exklusiv ihre Geschichte.

Von Männern kennt man das. Nach Thailand, Indonesien oder Brasilien jetten ältere Sex-Touristen - und nutzen die ärmlichen Verhältnisse, die junge Einheimische zwingen, sich zu prostituieren. Aber der Sex-Tourismus ist längst keine Männerdomäne mehr. „Sugar Mamas“, also reiche ältere Frauen, die sich mit jungen Männern in Urlaubsländern für Geld und großzügige Geschenke einlassen, sind Alltagsphänomen in Urlaubsländern, vor allem in Afrika.

„Frauen bekommen in Kenia Sex mit jungen Männern an jedem Strand“, erklärt Ulrich Seidl, der den weiblichen Sex-Tourismus jetzt mit dem Film „Paradies Liebe“ in die Kinos bringt (Kinostart: 3. Januar). Er unterhielt sich für seine Recherchen mit Dutzenden „Beachboys“ vor Ort - und mit Frauen, die deren Dienste in Anspruch nahmen.

Frauen wie Marisa Z. (Namen geändert, Klarnamen der Redaktion bekannt). Ihre Geschichte war ein Vorbild für den Film - bis in die Besetzung hinein. Denn Freundin Inge Maux, die mit Marisa nach Kenia reiste, führt auch im Film die Hauptfigur „Teresa“ dorthin, als Schauspielerin.

Zurück ins echte Leben: Marisa verfiel in Kenia dem 30 Jahre jüngeren Mahni. „Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Erfahrung mit Tourismus dieser Art“, berichtet die Büro-Angestellte. Vielleicht erlag sie ihm gerade deshalb. Ihr Mann starb ein halbes Jahr zuvor, Marisa war einsam. Da kam der „Beachboy“, der ihr erst Verliebtheit vorgaukelte und sich dann für Sex bezahlen ließ, ganz recht.

„Die Hotelanlage mit dem weißen Sandstrand, dem Meer und den allgegenwärtig lächelnden jungen Männern versetzten mich in eine Art Traumwelt.“ Die Szenerie: „Am Strand sprechen junge Männer Frauen wie mich an. Auf gebrochenem, charmant klingendem Deutsch.“

Der junge Afrikaner hatte die einsame deutsche Witwe schnell am Haken. „Der Kerl hatte so viel Charme, er wollte, dass ich seine Boutique begutachtete, was ich dann auch tat. Ich begann gleich, mich in ihn zu verlieben.“ Dass Mahni schnell Geld von ihr forderte, änderte daran nichts. „Ich kaufte ihm einen CD-Player sowie ein Fahrrad.“ Aber die Forderungen gingen weiter. „Er spürte, dass ein bisschen etwas herauszuholen war und gab sich Mühe, die Beziehung zu verlängern.“

Über insgesamt neun Monate flog Marisa immer wieder rüber – gab dem jungen Liebhaber immer wieder Geld und Geschenke. „Der Bursche kostete mich alles in allem umgerechnet 25.000 Euro.“ Warum reizte sie der Sex im Urlaub mit einem Jüngeren?

„Man lässt in dieser Situation sehr schnell Bedenken und Hemmungen fallen“, sagt Marisa. „Es war für mich eine willkommene Gelegenheit, meine Trauer und die schwierigen Monate, welche ich hinter mir hatte, zu vergessen. Und ganz ehrlich, die braune Haut, muskulöse Arme, das strahlende Lachen gefielen mir auch. Plötzlich fühlt man sich wieder jung.“

Das sei in ihrem fortgeschrittenen Alter „ein unwiderstehliches Gefühl“, betont die Witwe. „Man wird plötzlich wieder gesehen, als Frau wahrgenommen. Ein verloren geglaubtes Gefühl ist urplötzlich wieder da!“

Die vorgetäuschten Gefühle indes waren schnell vorbei, als Marisas Geld knapp wurde. „Alles ist ein knallhartes Geschäft. Wir romantisch veranlagten Frauen wollen und können uns nicht vorstellen, wie steinhart alles kalkuliert ist. Diese Männer haben ein ganz konkretes Ziel, welches möglichst rasch und zielstrebig zu verfolgen ist, um an die Mangelware Geld heranzukommen.“

Andererseits: Marisa nutzte Mahnis Armut aus. Das ficht sie aber nicht an: „Die Männer werden doch lächeln, die kennen das seit eh und je. Und seit eh un je wird es ihnen zugestanden.“ Weiterempfehlen würde sie ihren Trip trotzdem nicht: „Diese kurz auflodernden Gefühle der wiedergewonnen Jugend sind eine Lüge. Es ist nichts, was tiefe Befriedigung bringt.“

Die Fakten zum Sex-Tourismus

Sex-Tourismus existiert erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, bedingt durch den zunehmenden Wohlstand in Westeuropa und Nordamerika und die Möglichkeit, verhältnismäßig billig und schnell in weit entfernte Länder reisen zu können. Männliche Freier suchen meistens kurze sexuelle Beziehungen für eine Nacht oder wenige Tage. Einige darüber hinaus speziell Sex ohne Kondom. Frauen suchen neben Sex oft auch kurzzeitige (bezahlte) Beziehungen zu den Einheimischen („Boyfriend-Sex“).

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